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November

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Es geht los! Noch wenige Tage, nachzuzählen auf unserem sensationellen Hawaii-Schwibbogen, den uns Frank aus Meißen gebastelt hat. Nun wird es also ernst und es muss sich zeigen, ob fast 1000 Trainingsstunden genügt haben, um dieses Projekt irgendwie zu bewältigen. Ich bin total nervös. Dann mal los...

Oktober

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Noch drei Wochen. Ein abschließender  Leistungstest bei meinen Freunden von Spoorth in Leipzig. 20 Minuten auf dem Laufband, allmählich schneller werdend bis zur maximalen Belastungsstufe. Als ich vom Laufband runter bin, habe ich mich gefühlt, als wäre ich einen Marathon gelaufen. Vielleicht lag's an der Darth Vader Maske, die ich tragen musste. Wieder eine Bildungslücke geschlossen. Man nennt diese Art der Leistungsdiagnostik "Spiroergometrie" und es werden die Atemgase gemessen und analysiert. Das Ergebnis gibt dann zuverlässig Auskunft über Trainingsstand und Ausdauerfähigkeit. Bei mir kam ein "Gut" heraus. Das lässt einen gewissen Interpretationsspielraum zu. "Gut" im Sinne von Geht so oder "Gut" im Sinne von Richtig gut... Wir werden sehen.


Noch vier Wochen bis zum längsten Tag meines Lebens. Noch vier Wochen bis zum Start des Ironman-Experiments auf Hawaii.
03.30 Uhr wird der Wecker klingeln, danach ausgiebig frühstücken, Klamotten zusammenpacken, letzte Absprachen, gegen 06.00 Uhr, mit der ersten Dämmerung und noch vor Sonnenaufgang rein in den Pazifik, nach ca. 1.15 h rauf auf´s Rad, nach irgendwas zwischen 6 und 10 Stunden wieder runter vom Rad und rein in die Laufschuhe, nach weiteren 4 bis 6 Stunden Zieleinlauf. So jedenfalls der Plan. Wenn alles optimal läuft, bin ich mit Sonnenuntergang, also nach etwa 12 Stunden im Ziel. Das wäre das positive Extrem. Ich wäre aber auch irre stolz, wenn es 17 Stunden dauert. Immer noch siebzehn Stunden schneller als die, die es gar nicht erst versucht haben.
Die Angst vor diesem Tag, die mich solange begleitet hat, ist verflogen. Der Respekt ist geblieben. Ich fühle mich bereit und wenn ich heute einen Wunsch frei hätte, dann würde ich am liebsten gleich morgen auf die Strecke gehen. Nach knapp einem Jahr Training habe ich den Eindruck, noch nie so fit gewesen zu sein. Keine Rückenprobleme mehr, keinen Muskelkater, die Kniegelenke spielen mit, Ruhepuls bei 50, Blutdruck (der bis vor einem Jahr gerne auch mal bei 140/90 lag) konstant bei 120/75, keine Erkältung mehr seit Januar...kurzum: mein Allgemeinzustand fühlt sich regelrecht sexy an und ich glaube, ich bin für meine Verhältnisse in Bestform. Der Preis dafür sind mindestens fünfzehn, oft auch zwanzig Trainingsstunden pro Woche. Schwimmen, Laufen und vor allem Radfahren. Seit Monaten geht das nun so. Tatsächlich fühle ich mich im Moment derart gut, dass ich jedem sofort empfehlen würde, dieses Pensum irgendwie einzubauen in die alltäglichen Abläufe des Lebens. Wenn eben der Alltag nicht wäre mit all seinen freiwilligen und unfreiwilligen Verpflichtungen. Woher um Gottes willen soll man jeden Tag zusätzlich zwei bis drei Stunden Zeit nehmen, ohne irgendetwas oder irgendwen konsequent zu vernachlässigen. Dieser Punkt macht es schwierig. Mal eben fünfzehn/zwanzig Stunden pro Woche durch die Landschaft zu radeln, zu joggen und im Schwimmbad zu planschen ist im Verständnis unserer Zivilisation ziemlich asozial. Seit Monaten komme ich nicht mehr dazu, entspannt ein Buch zu lesen, ins Kino zu gehen, einen Spaziergang zu machen, mal so richtig die Sau rauszulassen oder einfach mal nichts zu tun. Das ist der Preis. Ich werde also froh sein, wenn der längste Tag meines Lebens endlich hinter mir liegt. Ich werde anschließend ein riesiges eiskaltes Bier trinken und dann noch eins und dann werde ich es gerne hinnehmen, wenn der Blutdruck wieder steigt.
Noch vier lange Wochen bis dahin. Zwei Wochen unvermindertes Training, dann zwei Wochen Tapering. So nennt man die Reduzierung des Trainings auf ein Minimum vor einem anstehenden Ausdauerwettkampf. Vier Wochen. Ich habe panische Angst, mir doch noch irgendwo einen Infekt einzufangen. Ich wasche mir ungefähr zweihundert Mal am Tag die Hände und trage Wintersachen, sobald die Außentemperatur unter 20 Grad sinkt. Vermutlich denken die Leute, dass irgendwas mit mir nicht stimmt. Das ist der Preis.

September/Tropical Islands

August

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Das Experiment steckt in einer kritischen Phase. Kann es auch ein Freizeitsportler schaffen, die Ironman-Distanz auf Hawaii zu wuppen? Eigentlich nicht. Und mit nur einem Jahr Vorbereitung, die allerdings  quasi "nebenbei"erledigt werden muss, also neben einem Job, der jetzt in der Hochsaison der Feste und Veranstaltungen oft genug eine 7-Tage Arbeitswoche bedeutet, schon gar nicht.  Das wird also eng, verdammt eng!
Nur die Hosen werden weiter. Ich verbrenne zu viel Energie. Bin jetzt mit 1,80 Meter bei 66 Kilo.

Ich muss mehr essen!

Und immer wieder die Frage: Worauf hab' ich mich hier eingelassen? Das ständige Jonglieren zwischen Morgensendung, Vorbereitungsterminen, Veranstaltungen und der nächsten Trainingseinheit fängt an, mir über den Kopf zu wachsen. Ich vernachlässige mein soziales Umfeld, fühle mich in allem was ich tue nervös, oberflächlich und egozentrisch. Für meine Mitmenschen muss ich inzwischen eine Zumutung sein. Aber ich kann doch jetzt nicht einfach aufgeben. So kurz vor dem Ziel, nach acht Monaten Schinderei. Also weitermachen!

Im Moment schaffe ich ca. 15 bis 20 Trainingsstunden pro Woche, am zeitintensivsten ist nach wie vor das Radfahren. Keine Ahnung, wie oft ich mir auf diesem harten Sattel schon gewünscht habe, ich wäre eine Frau. Radfahren kann kein Sport sein, der auf Dauer gut ist für Männer!

Laufen fühlt sich immer noch beständig gut an, beim Schwimmen erlebe ich hin und wieder Rückschläge. Gestern noch Flipper, heute aus unerklärlichen Gründen die bleierne Ente.

Abweichend vom Trainingsplan spiele ich alle zwei Wochen einen Minitriathlon durch, 45 Minuten Schwimmen , zwei Stunden Radfahren, eine Stunde laufen. Jedesmal denke ich, das ist jetzt wirklich genug, für mehr wurde die Spezies Mensch nicht konstruiert. Jedes Mal denke ich, die nächste sportliche Herausforderung, der ich mich stelle, ist was mit Federball.

Juli/Hochsommer

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Wer hatte da die große Klappe? Von wegen "in den Ferien ist viel Zeit, um noch intensiver zu trainieren..."
War ich das etwa?

Temperaturen jeden Tag jenseits der 30 Grad.
Weil der Mensch ein vernunftbegabtes Wesen ist, zieht er es normalerweise vor, sich unter solchen klimatischen Bedingungen keinen größeren körperlichen Anstrengungen auszusetzen. Aber Vernunft ist relativ. Also stattdessen laufen, laufen und wieder laufen, immer schön auf heißem Asphalt, minimum eine Stunde. Und dann natürlich Radfahren. Die Gegend um Girona gilt als Radfahrer-Paradies, weil die Schönheit der mediterranen Landschaft so wunderbar mit den hier vorherrschenden, angeblich idealen Trainingsbedingungen korrespondiert. Leute wie
z.B. Lance Armstrong hatten ihren Wohnsitz zeitweise hierher verlegt, um ihr Leistungsniveau für die nächste Tour zu optimieren. Allerdings scheinen diese Fahrradfreaks ein anderes Verständnis von "idealen Trainingsbedingungen " zu haben, als ich. Alle Straßen führen in dieser Gegend scheinbar nur nach oben, eine unfassbare, aber gefühlt zutreffende Unlogik, und wenn es immer nur bergauf geht, geht bei 34 Grad im Schatten bald gar nichts mehr. Ich falle nach drei bis vier Stunden Passtraßenfahrt völlig entkräftet und dehydriert vom Rad und habe trotzdem nur die Hälfte des Trainingsziels erreicht. Kein Wunder, dass Leute wie Lance Armstrong was genommen haben, um sich diese Quälerei auf Dauer einigermaßen erträglich zu machen.

Inzwischen ärgern mich leichte bis mittlere Knieschmerzen und ich stelle einigermaßen verwundert fest, dass meine allgemeine Fitness trotz (oder wegen) des regelmäßigen Trainings eher nachlässt als sich zu verbessern.

Außer beim Schwimmen!! Schwimmen ist im Moment mein Motivationsgenerator.
Es ist ja ohnehin das einzig vernünftige , bei diesem Wetter viel Zeit im Meer zu verbringen. Jedenfalls habe ich die Schwimmstunden intensiv genutzt, weil jede geschwommene Stunde eine Stunde weniger Zeit fürs Laufen oder Radfahren bedeutet.
Heute kann ich stolz wie Flipper verkünden, dass ich die 3,8 Freistilkilometer geknackt habe. Eine kleine Sensation für mich! Im Vergleich mit meinen ersten Kraulübungen im Herbst geradezu eine Transformation! Ich bin ein Delphin geworden. Wenigstens also in diesem Punkt ein vernunftbegabtes Wesen.

PS: ich habe mal gegoogelt:
der Delphin ist ein genialer Schwimmer. Er erreicht Spitzengeschwindigkeiten von über 50 km/h, d.h. er würde die 3,8 Kilometer Ironman-Distanz in ca. 4,5 Minuten schaffen. Ganz so schnell bin ich dann doch noch nicht im Wasser. Aber wer weiß. Ich habe ja Zeit bis November. Genie ist Fleiß.


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Das ist wirklich der Gipfel! Schon wieder ging's mit dem Rad auf den Fichtelberg . Diesmal per eBike und mit achtzehn Helden, mit denen wir vor dem Gipfelsturm mehr als 500 Kilometer durch ganz Sachsen geradelt sind. Für mich ganz offenbar und unerwartet eine perfekte Trainingseinheit, denn nach einer Woche auf dem relativ schweren eBike, das ich nur sehr sporadisch und nur an den steilsten Anstiegen mit Motorunterstützung gefahren bin, kommt es mir auf dem federleichten Rennrad jetzt so vor, als bräuchte ich überhaupt keine Kraft mehr zu investieren, um locker einen Temposchnitt von 30 bis 35 km/h zu erreichen. Keine Ahnung, ob das sportwissenschaftlich fundiert ist, aber nach dieser Erfahrung kann ich jedem, der wie ich noch nicht sehr lange auf dem Rennrad sitzt und sich verbessern will, nur empfehlen: besorgt Euch zwischenzeitlich immer mal ein richtig schweres Trekkingfahrrad, fahrt damit ein paar hundert Kilometer und steigt dann wieder um auf das Rennrad. Meine Erfahrung jedenfalls ist ein konditioneller und kräftemäßiger Quantensprung.

In den nächsten Wochen erstmal Ferien! Jan hat mir natürlich Hausaufgaben aufgegeben und einen detaillierten Trainingsplan auch für diese Zeit erstellt. Ziemlich moderat. Mein Einwand, ich könnte jetzt, wo ich viel Zeit habe, deutlich mehr trainieren, als der Plan vorsieht, wurde mit Nachdruck widerlegt. Nicht zu schnell zu viel erreichen wollen. Wichtiger als die Quantität sind Qualität und Regeneration.
Dann mal los! Ich melde mich aus dem Trainingslager.


Mai/Juni

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Tatsächlich geschafft! Also der Fichtelberg-Radmarathon ist geschafft und ich bin es auch. Das war echt die Härte. Viereinhalbstunden nahezu nonstop bergauf fahren, Steigungen bis zu 16 Prozent. Eine Grenzerfahrung für jemanden, der sich Berge bis jetzt immer am liebsten von unten angekuckt hat. Und weil ich gerade mal seit drei Monaten auf einem Straßenrennrad sitze, bin ich ganz schön happy, diese Tour bewältigt und irgendwie überstanden zu haben.


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Die Rückenprobleme sind verschwunden. "Black-Roll" heißt das Zauberding, das mir geholfen hat. Einfach nur eine schwarze Rolle, die aussieht wie ein Stück Abflussrohr und auf der man sich einmal am Tag für zwei Minuten in Rückenlage auf und ab bewegt

 


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Jetzt sind es die Mühen der Ebene, durch die ich mich seit einigen Wochen quäle. Ein beinahe schon eintöniger Trainingsalltag. Laufen, Radfahren, Schwimmen im täglichen Wechsel, außer Montags. Montag ist Lieblingstag der Woche: Ruhetag! Das ständige Training zerrt allmählich an der körperlichen Substanz. Die Momente häufen sich, in denen ich mich müde und ausgelaugt fühle, in denen ich einfach nur fix und fertig bin und mir die Frage stelle, warum ich mir das alles eigentlich antue. Dann gibt es aber auch wieder motivierende Highlights, z.B. eine 100 Kilometer Radtour bei 32 Grad im Schatten und mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von fast 30 km/h mit meinem Mentor Jan Schneidewind von Little John Bikes, der sich als ehem.Spitzentriathlet professionell um Equipment, Trainingspläne und Durchhaltestrategien kümmert. Danke Jan!!


Seit zweieinhalb Wochen ärgert mich eine hartnäckige Magen/Darm-Verstimmung, die ich einfach nicht loswerde. Ich mache trotzdem weiter. So beginnt wahrscheinlich der Wahnsinn unbelehrbarer Sportfetischisten und Leistungsfreaks, die einfach weitertrainieren, ohne auf ihren Körper zu hören. Allerdings war einige Tage zuvor beim Medizincheck in der Uniklinik alles Bestens. Also, rede ich mir ein,  ist die Magen/Darm-Geschichte vermutlich genauso belanglos wie ein Furz im Sommerwind.

Nächstes Etappenziel auf dem Weg nach Hawaii ist der Fichtelberg. Ich muss verrückt gewesen sein, als ich mich vor ein paar Wochen offiziell eingeschrieben habe für den Fichtelbegrradmarathon am 18.Juni. Das Training am Berg stimmt mich alles andere als zuversichtlich. Es genügt ein moderater Anstieg und ich hänge wie ein nasser Sack auf meinem "Rennrad" und bewundere alle die, und das dürften die meisten der 900 Starter sein, die einfach nur aus Spaß, mit leichten Beinen, einem 30iger Schnitt und einem Lächeln im Gesicht die 1900 Höhenmeter von Chemnitz auf den Gipfel des Fichtelbergs bewältigen. Aber ich sage mir einfach: wenn Du den Fichtelberg packst, dann packst Du auch Hawaii. Deshalb: (um im Bild meiner aktuellen gesundheitlichen Einschränkung zu bleiben) Arschbacken zusammen und hoch auf den Gipfel!

April

Anfangs dachte ich, das Schwimmen wäre für mich der Knackpunkt, die größte Herausforderung beim Triathlon. Aber das klappt inzwischen ganz gut, da hab ich mich im wahrsten Sinne des Wortes freigeschwommen. Jetzt erwarte ich sehnsüchtig die Zeit der Freiwassersaison, weil es mir mittlerweile einfach keinen Spaß mehr macht, in einer überfüllten Schwimmhalle vierzig oder fünfzig monotone Bahnen zu ziehen und dabei ständig den Fuß vom Vordermann im Gesicht zu haben.
 
Was mir mittlerweile viel mehr Sorgen macht ist das Radfahren. Wenn das Wetter passt und es passt nicht immer, versuche ich drei Mal pro Woche jeweils 50/60 Kilometer zu schrubben. Nach zweieinhalb Stunden bin ich dann aber echt froh, wieder aus dem Sattel zu kommen. Die Ironman-Distanz (180 Kilometer) im Moment unvorstellbar. Vermutlich bedingt durch die überstreckte Beugehaltung auf dem Rennrad habe ich außerdem zum ersten Mal in meinem Leben Rückenprobleme, nicht während des Fahrens, aber anschließend und dafür dann permanent. Hoffentlich wird das besser. 

März

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Endlich schönes Wetter! Endlich unterwegs! Das windschnittige Outfit erinnert ein bisschen an ein Borat-Kostüm. Aber wer schnell sein will, muss mutig sein :-)

Und so ein Straßenrennrad kann richtig schnell... Mein Rekord auf gerader Strecke nach der zweiten Testfahrt immerhin 48,2 km/h. Durchschnittsgeschwindigkeit bei einer 50 Kilometer-Tour 27 km/h. Das muss noch deutlich besser werden... Die persönliche Zielzeit für die 180 Kilometer auf Hawaii kalkuliere ich bei 5,5 Stunden. Noch ein weiter Weg bis dahin.


Übergabe meines Trainings-und Rennrads bei Little John Bikes mit Jan Schneidewind.

Mein "Schatzi" ist da! Ich freu´mich total!

Ich werde in den nächsten Wochen-und Monaten sehr viel Zeit auf "Schatzi" verbringen,verbunden mit sehr viel Leidenschaft und sehr viel Schweiß. Der entsteht ja bekanntlich dann, wenn die Muskeln weinen. Also los!  Das Bike ist ein klassisches Straßenrennrad, Carbon, ganze 8 Kilo leicht. Ein tolles Gerät und eine perfekte Motivation, mich nun endlich in den Sattel zu schwingen, denn, ich gebe es zu: ich habe in diesem Jahr noch keinen einzigen Fahrrad-Kilometer zurückgelegt. Es wird also Zeit!!


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Dafür mache ich gute Fortschritte beim Schwimmen, auch Dank der Unterstützung durch Olympiaschwimmer Stev Theloke. Ich bin mindestens vier mal pro Woche in der Schwimmhalle und schaffe es aktuell, 1,7 Kilometer (34 Fünfzigmeterbahnen) am Stück zu kraulen.

Das hätte ich noch vor zwei Monaten für unmöglich gehalten. Aber so ist eben mit allem, was Spaß macht und mit Bewegung zu tun hat:
der Körper gewöhnt sich dran und dann will er mehr.    

Februar

- uups, da ist schon Februar! Nur noch neun Monate... Neun Monate Zeit, mein Triathlon-Baby auszutragen. Vor dem Geburtstermin graut mir ehrlich gesagt heute schon. Ich trainiere jetzt fast jeden Tag, obwohl "trainieren" vielleicht etwas zu hoch gegriffen ist. Etwa 45 Minuten gemütliches Joggen im Schnee, ohne Uhr, ohne Pulsmessschnickschnack, ohne Zeitdruck, am nächsten Tag dann ca. 30 Minuten Schwimmhalle, aktueller Stand: 14 Fünfzigmeter-Bahnen nonstop gekrault, mit dem Ziel, jeweils zwei Bahnen mehr zu schaffen, als beim letzten Mal (darauf bin ich in Anbetracht meiner kläglichen ersten Schwimmversuche im Oktober stolz wie Bolle!)
So siehts also im Moment aus. Schwimmen und ein bisschen Laufen im täglichen Wechsel, ungefähr fünf Tage pro Woche und immer so dosiert, dass es vor allem noch Spaß macht und ich mich auf das nächste Mal freuen kann.

Ach, hätte ich doch fast vergessen: ich muss endlich aufhören zu rauchen - ist nicht gut fürs Baby.

Der Start ins neue Jahr mit der Pullbuoy

Eine blöde, ziemlich hartnäckige Erkältung hat mich zum Jahresstart völlig von den Socken gehauen und drei Trainingswochen gekostet. Aber jetzt geht’s wieder in die Schwimmhalle, mit einem Trainingsgerät, das mir Olympiaschwimmer und Europameister Stev Theloke aus Chemnitz empfohlen hat: Die Pullbuoy. Phonetisch leicht als Pool-Boy missinterpretiert, bedeutet Pullbuoy im wörtlichen Sinne Zugboje. Eine Art Schwimmbrett aus Schaumstoff, das man sich beim Kraulen zwischen die Beine klemmt. Der Auftrieb sorgt dafür, dass man auch ohne Beinarbeit kraulen kann und so vor allem Oberarme und Schultern trainiert. Diese Methode soll auf Dauer die Schwimmlage verbessern und der Körper soll lernen, mit möglichst wenig Beinarbeit lange Distanzen zu schwimmen, um die Kraft in den Beinen fürs Radfahren und Laufen zu schonen. Na mal sehen...
 
Außerdem gehe ich zweimal pro Woche für je eine Stunde joggen, im Schnee. Vorsichtig und langsam. Beim ersten Mal war ich zu schnell, bin prompt ausgerutscht und schön geflogen... ein klassischer Schnee(p)flug.

Anfang Dezember 2016 - Erste Erkenntnisse

"Alles, was denkbar ist, ist auch machbar"

Klingt ein bisschen schwülstig, aber ich will versuchen mich von diesem Satz in den vor mir liegenden Wochen und Monaten motivieren zu lassen. Einen Marathon zu laufen ist denkbar für mich. Das habe ich schon ein paar Mal irgendwie hinbekommen. Denkbar ist es auch 180 km auf dem Rad zu sitzen. Mein Streckenrekord liegt bei 120 km. Mit viel gutem Willen und Training sollte das zu schaffen sein. Undenkbar ist es für mich allerdings, knapp vier Kilometer durch den aufgewühlten Pazifik zu kraulen. Ich dachte immer schwimmen zu können. Doch nach den ersten 150 gekraulten Metern in einer Schwimmhalle bin ich fast ertrunken! Schnappatmung - völlige Entkräftung - Resignation. Das kann ja heiter werden. Sechs(!) Schwimmbadbahnen gerade so überlebt. Fehlen bis zum Trainingsziel nur noch 150 ...

Erste Hausaufgabe für mich: schwimmen, schwimmen, schwimmen. Möglichst mehrmals die Woche. Ums Radfahren und Laufen kümmere ich mich im Frühjahr.