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10.11.2017 - 18:13 Uhr   |   Ausland

Trump stößt radikalen Kurswechsel in Asien-Pazifik-Region an


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US-Präsident Donald Trump spricht im Kongresszentrum in Da Nang beim Gipfeltreffen der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec). Foto: Anthony Wallace
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Chinas Präsident Xi Jinping bekam in Da Nang am letzten Tag des Gipfeltreffens der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) viel Applaus für seine Rede. Foto: Anthony Wallace
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US-Präsident Trump bei einem Staatsdinner in Peking, wo er sich vor seinem Vietnam-Besuch mit Chinas Staatschef Xi Jinping traf. Foto: Thomas Peter
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Trumps erste Asienreise führt ihn von Japan nach Südkorea, China, Vietnam und auf die Philippinen. Foto: Andrew Harnik
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Chinas starker Mann: Xi Jinping, KP-Generalsekretär und Staatspräsident. Foto: Fred Dufour
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Windschief: US-Präsident Donald Trump steigt in Peking in die Air Force One, um im Rahmen seiner Asienreise nach Vietnam zu fliegen. Foto: Andrew Harnik

Da Nang (dpa) - US-Präsident Donald Trump hat einen radikalen Kurswechsel der amerikanischen Politik in Asien und im Pazifikraum eingeleitet. Auf einem Gipfel in Vietnam lehnte Trump gemeinsame Handelsbündnisse mit verschiedenen Partnern strikt ab.

Den Diebstahl von geistigem Eigentum und andere unfaire Praktiken würden die USA nicht länger hinnehmen. Zugleich empfahl er auch allen anderen Nationen, ihr Heil auf eigene Faust zu suchen.

Trumps Rede auf dem Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) stand in starkem Kontrast zu einem Auftritt von Chinas Präsident Xi Jinping. Xi warb vor den insgesamt 21 Apec-Mitgliedern für ein «globales Netzwerk aus Freihandelszonen». Von Chinas Wachstum sollten auch andere Länder profitieren. Seine Rede wurde, anders als die von Trump, immer wieder von Applaus unterbrochen.

Entgegen den Erwartungen gab es bei dem Gipfel in der Küstenstadt Da Nang zunächst kein längeres bilaterales Treffen zwischen Trump und Kremlchef Wladimir Putin. Beim Aufstellen zum Gruppenfoto hätten sich die Staatschefs kurz begrüßt und einander die Hand geschüttelt, meldete die russische Agentur Interfax. Nach dem Fototermin seien beide getrennt zum nachfolgenden Bankett des Gipfels gegangen. Ein ausführliches Gespräch war vorher vom Weißen Haus unter Verweis auf Terminprobleme abgesagt worden. Trump und Putin haben bislang nur beim G20-Gipfel in Hamburg im Juli direkt miteinander gesprochen.

Trumps Rede bedeutet im Kern eine radikale Abkehr der USA von multilateralen Bündnissen. An deren Stelle sollen nun isolierte Verträge zwischen einzelnen Ländern treten. «Ich will mit jedem Land der indo-pazifischen Region, das unser Partner sein will, bilaterale Handelsbeziehungen», versprach Trump. Grundlage dafür müssten aber Fairness und gegenseitige Achtung sein. Dann könnte der «indo-pafizische Traum» auch Wirklichkeit werden.

«Wir müssen sicherstellen, dass sich alle an die Regeln halten», sagte der US-Präsident. «Wer das tut, wird unser engster wirtschaftlicher Partner sein. Wer nicht, der kann sich sicher sein, dass die USA Verletzungen, Betrug und wirtschaftlicher Aggression nicht länger zusehen werden.» Trump klagte insbesondere über unfairen Wettbewerb und Diebstahl geistigen Eigentums von anderen Staaten in der Region. Auf wen sich seine Vorwürfe beziehen, sagte er nicht.

Chinas Präsident ging in seiner Rede nicht darauf ein. Sein Auftritt war jedoch ein starkes Kontrastprogramm. Xi bezeichnete die Globalisierung als «unumkehrbaren historischen Trend». Die Gewinne müssten aber «offener, inklusiver und ausgeglichener» verteilt werden. «Wir sollten den Multilateralismus hochhalten, durch Zusammenarbeit und enge Partnerschaft.» China sei sich der Verantwortung als weltweit zweitgrößte Wirtschaftsnation bewusst.

Die neue Politik der USA  bedeutet einen enormen Vorteil für China, das sich bereits sehr stark in der Region engagiert. Für die meisten Pazifikanrainer waren die USA lange Jahre das große, starke Gegengewicht. Die Volksrepublik arbeitet auch an einem Bündnis, das an die Stelle des fertig ausgehandelten pazifischen Freihandelsabkommens TPP (Trans-Pacific Partnership) treten könnte, aus dem sich die USA unter Trump verabschiedet haben. Offen ist, ob die verbleibenden elf TPP-Partner zusammenbleiben.

Der Apec gehören insgesamt 21 Pazifik-Anrainerstaaten an. Auf sie entfallen etwa 60 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung. Dort leben auch knapp 40 Prozent der Weltbevölkerung. Weitere wichtige Themen des Gipfels, der noch bis Samstag dauert, sind der Korea-Konflikt und der Kampf gegen den Terrorismus. Die Gruppe, die aus sehr unterschiedlich entwickelten Staaten besteht, trifft sich einmal pro Jahr an wechselnden Orten zu einem Gipfel.

Nach dem Apec-Gipfel reist Trump am Samstag zu bilateralen Gesprächen mit Vietnams kommunistischer Führung in die Hauptstadt Hanoi. Am Sonntag beginnt dann auf den Philippinen ein Gipfel der Gemeinschaft Südostasiatischer Staaten (Asean), bei dem er als Gast dabei ist.

Sie repräsentieren 39 Prozent der Weltbevölkerung, produzieren 60 Prozent der Wirtschaftsleistung und wickeln fast die Hälfte des weltweiten Handels ab. 21 Staaten rund um den Pazifik arbeiten in der 1989 gebildeten Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) zusammen für mehr Freihandel. Durch den Abbau von Zöllen und anderen Barrieren wollen sie Handel und Wachstum stärken.

Die Mitglieder: Die USA, China, Japan, Russland, Südkorea, Kanada, Mexiko, Chile, Peru, Neuseeland, Australien, Papua-Neuguinea, Taiwan, Hongkong, Brunei, Indonesien, Malaysia, Singapur, die Philippinen, Thailand, Vietnam. Das Sekretariat ist seit 1993 in Singapur.






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