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02.11.2017 - 18:00 Uhr   |   Sport

Kontroversen um Russlands Olympia-Teilnahme


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Bestreitet die Einnahme verbotener Substanzen: Langlauf-Olympiasieger Alexander Legkow. Foto: Hendrik Schmidt

Berlin (dpa) - Das IOC setzt ein starkes Zeichen, doch nach den lebenslangen Doping-Sperren für zwei russische Skilangläufer droht drei Monate vor den Winterspielen in Pyeongchang ein juristisches Hickhack und ein Wettlauf mit der Zeit.

Von deutschen Sportverbänden wird das Urteil gegen Alexander Legkow und Jewgeni Below begrüßt. DOSB-Präsident Alfons Hörmann spricht sogar von einem «deutlichen Signal an alle Betrüger im Sport».

In Russland setzt man indes auf das Prinzip «Weiter so!». Die Disqualifikation der Skiläufer «darf kein negativer Präzedenzfall für die Teilnahme der russischen Mannschaft» bei den Winterspielen vom 9. bis 25. Februar in Pyeongchang werden, sagte Sportminister Pawel Kolobkow der Agentur R-Sport. «Dies ist ein schrecklicher emotionaler Schock», räumte er ein. Legkow habe in einem Telefonat beteuert, nie verbotene Substanzen verwendet zu haben.

Das Internationale Olympische Komitee hatte beide Langläufer am Mittwoch lebenslang für alle IOC-Wettbewerbe gesperrt. Ihnen wird Doping bei den Winterspielen 2014 in Sotschi vorgeworfen. Legkow wurden die olympische Goldmedaille über 50 Kilometer und Silber mit der Staffel aberkannt, Teamkollege Below war medaillenlos geblieben.

Hörmann wertete die lebenslangen Sperren als «klare und mutige Entscheidung» des IOC. «Der Tag wird kommen, an dem eure Vergehen geahndet werden. Solche Tage machen Mut im Hinblick auf das Fair Play im Sport», betonte der DOSB-Chef. Die Nationale Anti-Doping-Agentur NADA befürchtet hingegen weitere juristische Auseinandersetzungen. «Wir nehmen die Entscheidung zur Kenntnis, sehen aber auch, dass wohl Rechtsmittel zum CAS eingelegt werden», sagte Vorstandsmitglied Lars Mortsiefer. Die NADA stelle aber fest, dass sich das IOC «nun auch intensiver mit möglichen, schuldhaften Dopingverstößen einzelner russischer Athletinnen und Athleten auseinandergesetzt hat».

IOC-Präsident Thomas Bach äußerte sich am Donnerstag in Prag. «Es geht hier um die Manipulation von Proben von den Olympischen Winterspielen und des WADA-akkreditierten Labors. Sollten diese Manipulationen nachgewiesen werden können, ist das ein direkter Angriff auf die Integrität der Olympischen Spiele und des IOC», sagte der Deutsche und kündigte für die kommenden Tage weitere Entscheidungen an.

Der deutsche Trainer der beiden Russen, Markus Cramer, zeigte sich überrascht und enttäuscht. «Das ist ein Riesenschock, das hat mich eine schlaflose Nacht gekostet», sagte er am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. «Es ist absolut nicht nachvollziehbar, dass das IOC so eine harte Strafe verhängt.» Mit den Skiläufern, die er seit zwei Jahren trainiert, steht der 54 Jahre alte Sauerländer im Telefon- Kontakt. «Die sind natürlich am Boden zerstört.» Legkows rund 200 Dopingtests seien «allesamt negativ» gewesen. «Ich lege für beide meine Hand ins Feuer - tausendprozentig», unterstrich Cramer.

Mit heftiger Kritik am IOC reagierte Legkows und Belows deutscher Anwalt. Aus Sicht von Christof Wieschemann seien Beweismittel vom IOC einfach ignoriert worden. «Das Urteil stand fest, bevor wir den Gerichtssaal betreten haben. Das ist doch ein politisches Urteil», sagte der Jurist der dpa.

Nun geht der Fall erneut vor den Internationalen Sportgerichtshof. «Wir legen heute Berufung beim CAS ein», kündigte Wieschemann an. Das Urteil des IOC sei «überhaupt nicht wasserdicht», kritisierte der Anwalt aus Bochum. «Es gibt beim IOC tatsächlich beteiligte Personen, die sich morgens nicht mehr im Spiegel anschauen können», sagte er. Der russische NOK-Chef Alexander Schukow und Vize-Premier Witali Mutko sicherten den Athleten ihre Unterstützung bei deren Klagen zu.

Überrascht zeigte sich der deutsche Sportrechts-Experte Michael Lehner über die Härte der Strafe. «Lebenslang geht nur bei Vorsatz. Ich bin jetzt gespannt, welche Beweise das IOC vorlegt», sagte der Heidelberger und fügte hinzu: «Der Zeitplan bis Olympia wird jetzt ganz eng. Das wird juristischer Stress.» Ein IOC-Sprecher kündigte am Donnerstag unter dem Druck der Ereignisse an, die Urteilsbegründung «zu gegebener Zeit» nachzuliefern.

Genau diese Beweise vermisst Wieschemann. «Der vom IOC beauftragte forensische Experte hat gesagt: Es gibt überhaupt keine Beweise für die Manipulation der Proben dieses Athleten. McLaren sagt, ich habe keine Erkenntnisse über die individuelle Schuld, und auch die vorliegenden Dokumente liefern sie nicht», meinte er. «Und was macht das IOC? Es sagt: Wir verurteilen dich trotzdem.»

Der deutsche Ski-Präsident Franz Steinle geht davon aus, dass nun auch vom Weltverband FIS gewissenhaft mögliche Konsequenzen geprüft werden. «Die beiden Athleten sind auch von der FIS gesperrt worden. Allerdings zunächst einmal nur vorläufig.» Er könne «aktuell nicht sagen, wie die finale Entscheidung der FIS ausfallen wird», sagte er. Die FIS hatte zuvor mitgeteilt, dass eine Entscheidung im Fall der weiteren vier vorläufig suspendierten russischen Langläufer, darunter der dreimalige Sotschi-Silbermedaillengewinner Maxim Wylegschanin, kommende Woche erwartet wird. Erst dann werde sie handeln.

Das IOC hatte die Sperre mit «forensischen und analytischen Dopinguntersuchungen» der Kommission unter dem Vorsitz des Schweizers Denis Oswald begründet. Sie untersucht insgesamt 28 Fälle, in denen Athleten im Zuge der Ermittlungen des kanadischen Rechtsprofessors Richard McLaren im Auftrag der Welt-Antidoping-Agentur WADA der Manipulation beschuldigt werden. Alle stehen im Zusammenhang mit der mutmaßlichen Staatsdoping-Affäre.






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