Reisewarnung bis zum 14. Juni verlängert

Reisewarnung bis zum 14. Juni verlängert – Wie steht es jetzt um unseren Sommerurlaub?

Der Sommer ist auf dem Vormarsch und durch die lange Zeit zu Hause wollen wir vor allem eines. Raus! 

Langsam geht uns die Puste aus, genau in solchen Zeiten haben wir Fernweh. Aber mit dem Urlaub im Ausland müssen wir uns wahrscheinlich etwas gedulden. Bis mindestens zum 14. Juni gilt die Warnung des Auswärtigen Amts alle "nicht notwendigen, touristischen Reisen in das Ausland" zu unterlassen. Erste Lockerungen sind in den letzten Wochen nach und nach bekanntgegeben worden. So ist der Urlaub an der Ostsee wieder möglich und die weltweite Reisewarnung soll nach dem 14. Juni möglicherweise in einen „Reisehinweis“ geändert werden. Diese „Reisehinweise“ sollen Urlauber dann informieren, ob empfohlen wird, eine Reise anzutreten oder nicht.

Viele von uns hatten bestimmt schon den langersehnten Sommerurlaub für 2020 gebucht und sitzen jetzt auf „heißen Kohlen“. „Soll ich meinen Urlaub stornieren?“, „Bekomme ich mein Geld zurück?“, „Muss ich Gutscheine vom Reiseveranstalter annehmen?“, „Was ist mit meinem Ostseeurlaub?“ – Wir haben alle Fakten zusammengefasst.

Welche Reisebeschränkungen gelten?

Die Bundesregierung hat die weltweite Reisewarnung für touristische Reisen ins Ausland bis zum 14. Juni verlängert, pünktlich zum Start der Sommerferien soll sich entscheiden ob Reisen in diesem Sommer noch möglich sein werden. 

Doch auch bis zum 14. Juni wollten viele Deutsche ihre Auszeit im Inland oder Ausland genießen und haben dafür bereits lange im Voraus gebucht. Jetzt stellt sich vor allem die Frage, ob bei den gebuchten Reisen ein Erstattungsrecht besteht. Ob wir bereits gezahltes Geld in voller Höhe zurückbekommen, hängt vor allem von der Art der Reise ab.

Was passiert nach dem 14. Juni?

Nach dem 14. Juni soll die Reisewarnung in einen Reisehinweis gewandelt werden. In der EU soll man dann wieder touristische Reisen unternehmen dürfen. In Österreich und der Schweiz darf man schon seit Mitte Mai Lebenspartner oder Verwandte besuchen.

Was ist der Unterschied zwischen einer Reisewarnung und dem Reisehinweis?

Reisewarnungen werden ausgesprochen, wenn für Reisende im jeweiligen Land eine Gefahr für das eigene Leben besteht. Da eine Reisewarnung verbindlich ist und diese hier in Deutschland noch bis zum 14.Juni gilt, können Reisen nicht angetreten werden. Daher besteht das Recht auf eine kostenlose Rückerstattung der Reise. 

Ab dem 14. Juni soll die Reisewarnung wahrscheinlich in einen Reisehinweis umgewandelt werden. Der Reisehinweis soll auf länderspezifische Risiken aufmerksam machen und soll lediglich informieren und hat keine rechtlichen Auswirkungen mehr. Das heißt, wer seine Reise trotz Aufhebung der Reisewarnung nicht mehr antreten möchte, kann nicht mit einer kostenlosen Rückerstattung rechnen. Das Recht entfällt, da Reisen prinzipiell dann wieder möglich sind. 

Pauschalreisen – Wann bekomme ich mein Geld zurück?

Die Kostenerstattung bei Pauschalreisen richtet sich nach der Europäischen Pauschalreiserichtlinie. Danach gilt: 

Nach der Europäischen Pauschalreiserichtlinie muss der Betroffene innerhalb von 14 Tagen sein Geld zurückbekommen, wenn der Veranstalter die Reise absagt. Die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung führen derzeit dazu, dass der Urlaub am gewünschten Reiseziel nicht möglich ist bzw. der Urlaubsort gar nicht erst erreicht werden kann. Daher haben die Betroffenen nach deutschem Recht einen Anspruch auf Rückerstattung. Wenn die Reise vom Veranstalter noch nicht offiziell abgesagt worden ist, sollten sich Betroffene an den Kundenservice wenden. 

Reiseveranstalter bieten ihren Kunden meist lieber einen Gutschein anstelle der Rückerstattung an, der nach aktuellem Stand nicht akzeptiert werden muss.

Individualreisen - Habe ich ein Recht auf kostenfreie Erstattung?

Auch Individualreisen können derzeit nicht angetreten werden, da auch hier die Reisewarnung gilt und die meisten Grenzen geschlossen sind. Wer seinen Flug zum Hotel oder das Hotelzimmer nicht nutzen kann, muss nach deutschem Recht sein Geld zurückbekommen. Wenn Hotelaufenthalte oder Flüge aufgrund von Reisebeschränkungen nicht möglich sind, reagieren Fluggesellschaften und Vermieter meist rechtzeitig und müssen den Flug oder die Zimmerbuchung streichen. Dann gilt das Rückerstattungsrecht. 

Wenn der Hotelaufenthalt jedoch bei einem Vermieter aus dem Ausland gebucht worden ist, gelten die Rechte des jeweiligen Landes. Auch hier sollten sich Betroffene an den Vermieter oder Anbieter wenden.

Sollte ich meinen Sommerurlaub nach dem 14. Juni vorsichtshalber stornieren?

Bereits gebuchte Reisen nach dem 14. Juni sind derzeit nicht sicher.  Es ist unwahrscheinlich, dass die weltweite Reisewarnung nach dem 14. Juni verlängert wird. Daher gibt es für Reisen im Sommer noch keine vollständigen Erstattungsmöglichkeiten. Um Stornogebühren zu vermeiden, sollten Betroffene erstmal abwarten und noch nicht stornieren. Im Moment weiß noch keiner, ob einige Länder nach dem 14. Juni die Reisebeschränkungen aufheben und der Urlaub doch möglich ist. 

Wer sich allerdings zu unsicher sein sollte und seinen Sommerurlaub jetzt schon auf das nächste Jahr verschieben möchte, könnte Glück haben. Viele Reisen, die in den Sommermonaten stattfinden sollen, können bei einigen Reiseanbietern kostenlos umgebucht werden. Das kommt allerdings allein auf die Kulanz des Anbieters an. Auch hier wird vorher geraten, Kontakt mit dem Reiseanbieter aufzunehmen.

Was sollte ich bei meiner Reisebuchung beachten?

Wer nach dem 14. Juni eine Reise ins Ausland geplant hat oder noch buchen möchte, sollte die Einreisebestimmungen für das jeweilige Land im Auge behalten. Genauso sollte vor der Buchung bzw. Antritt der Reise die Entwicklung der Corona-Pandemie im gewünschten Urlaubsort überprüft werden, Reisende sollten sich außerdem damit auseinandersetzen, welche Auflagen für die Rückkehr aus dem jeweiligen Urlaubsland nach Deutschland bestehen. 

Beim Vertragsabschluss sollten Sie darauf achten, dass der Reiseanbieter in den AGBs keinen Stornierungsausschluss hinterlegt hat.

Urlaub buchen und auf die Reiserücktrittsversicherung setzen?

Wenn eine Reise aus bestimmten Gründen nicht angetreten werden kann, können Betroffene auf eine Reiserücktrittsversicherung zurückgreifen. Dies ist allerdings nur der Fall, wenn Betroffene oder Reisepartner aufgrund einer Erkrankung nicht in der Lage sind, die Reise anzutreten. Die Versicherung übernimmt außerdem bei Todesfällen in der Verwandtschaft oder im Falle von plötzlicher Arbeitslosigkeit.

Was ist mit meinem Ostseeurlaub?

Wer bisher um seinen gebuchten Ostseeurlaub bangen musste, kann jetzt aufatmen. Zum 25. Mai soll das bisher geltende Einreiseverbot für Reisende aus anderen Bundesländern aufgehoben werden. Hotels, Ferienwohnung usw. in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen sollen dann wieder für 60 Prozent der Gäste öffnen dürfen, damit es nicht zu Überfüllungen kommt. Wer seinen Hotelaufenthalt in Mecklenburg-Vorpommern oder Niedersachsen schon gebucht hat oder noch buchen möchte, kann ohne Bedenken in den Urlaub fahren. 

Wer seinen Urlaub nun trotzdem nicht antreten möchte, muss allerdings mit Stornogebühren rechnen. Falls es an Ostseestränden zu Zugangsbeschränkungen kommen sollte und Sie deswegen überlegen Ihren Urlaub zu stornieren, können Sie nicht mit einer kostenlosen Erstattung rechnen.