• Durch SmartHome-Technologien lassen sich viele Einbrüche verhindern. Foto: adobe.stock / goodluz)

    Durch SmartHome-Technologien lassen sich viele Einbrüche verhindern. Foto: adobe.stock / goodluz)

Sicherheit zuhause – so schützen Sie Ihr Eigenheim vor Einbruch und Hackern

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Es gibt kaum etwas schlimmeres als ein Einbruch in der eigenen Wohnung. Um ungebetene Gäste von zuhause fernzuhalten, muss man nicht in einer Festung wohnen. Die Kriminalpolizei Leipzig hilft dabei, die richtigen Präventionsmaßnahmen zu ergreifen.

Im November vergangenen Jahres brachen Einbrecher die Wohnungstür einer 27-jährigen Frau in Leipzig auf, und das während sie zuhause war. Aus Angst schloss sie sich im Badezimmer ein. Die Einbrecher entwendeten einen Laptop und eine Bluetoothbox. Zwar fand die Polizei die entwendeten Gegenstände kurze Zeit später an einer Mauer im Innenhof wieder, und die Vermutung lag nahe, dass der Einbruch einen persönlichen Hintergrund hatte, dennoch lösen solche Momente bei den Betroffenen nicht selten einen regelrechten Schock aus. Sie fühlen sich in den eigenen vier Wänden nicht mehr sicher. Dabei kann jeder durch einfache Vorsichtsmaßnahmen Einbrüche verhindern. Denn wenn Einbrecher zu viel Zeit benötigen, um in eine Wohnung einzudringen, lassen sie meist davon ab. Dazu gehört, Fenster und Türen nicht nur zuzuziehen, sondern beim Verlassen der Wohnung die Fenster fest zu verschließen und nicht zu kippen sowie die Haustür abzuschließen. Gerade im Winter, wenn es früh dunkel wird, achten Einbrecher verstärkt darauf, ob in den Häusern und Wohnungen Licht brennt und nutzen selbst kurze Abwesenheiten bei ausgeschaltetem Licht, um sich Zugang zu den Wohnungen zu verschaffen.

Die Kriminalpolizei Leipzig kennt die Gefahren durch Einbruch nur zu gut. Die Zahl der Einbruchsdelikte ist in den vergangenen zehn Jahren in Leipzig mal gestiegen, mal zurückgegangen. Bundesweit geht die Zahl der Einbrüche tendenziell eher nach oben. Die Aufklärungsquote lag in den vergangenen Jahren in Leipzig etwa zwischen 15 und 20 %. In vielen anderen Großstädten ist die Aufklärungsquote geringer. Die meisten Einbrecher kommen aus der eigenen Stadt, weniger als ein Viertel kommen aus dem Ausland. Die gute Nachricht: Etwa ein gutes Drittel aller Einbruchsversuche können verhindert werden, entweder durch aufmerksame Nachbarn oder durch entsprechende Sicherheitsvorkehrungen. Hier will die polizeiliche Beratungsstelle ansetzen und die Bürger aufklären, wie sie sich am besten vor Einbruch schützen können. Aber auch Trickdiebe, die an der Haustür versuchen, sich Zutritt zu verschaffen, der Enkeltrick oder Taschendiebstähle gehören zu den Delikten, vor denen die polizeiliche Beratungsstelle warnt. Die Polizeidirektion Leipzig hilft also nicht nur, wenn bereits eingebrochen wurde, sondern sie berät auch präventiv.


Schutz vor Einbruch: Einfache Maßnahmen, große Wirkung

Um entsprechende Maßnahmen zum Schutz vor Einbrüchen effektiv umsetzen zu können, berät die Polizei sogar direkt bei den Bürgern zuhause. Neben den üblichen Vorkehrungen sind zusätzliche sicherheitstechnische Maßnahmen sinnvoll, besonders dann, wenn man neu baut oder einen Umbau plant. Neben einer Einbruchmeldeanlage können auch SmartHome-Technologien dabei helfen, das Eigenheim sicherer zu machen. Durch die zentrale Kontrolle der gesamten Haustechnik lassen sich Steckdosen und somit technische Geräte und Lampen zentral ein- und ausschalten, und das sogar zeit- und lichtgesteuert. So können einzelne Lichtquellen im Haus selbst bei Abwesenheit ein- und ausgeschaltet werden. Wird die Steuereinheit mit dem Internet verbunden, kann man sogar von unterwegs aus Lampen oder den Fernseher ein- und ausschalten. Rollläden werden via Lichtsensor automatisch heruntergelassen, sobald es dunkel wird, aber erst ab einer bestimmten vorher eingestellten Uhrzeit. Somit werden Routinen simuliert, die unabhängig von genauen Zeitvorgaben ausgeführt werden. Einbrecher können auf diese Weise sehr viel schwerer erkenne, ob tatsächlich jemand zuhause ist.


Vorsicht, Hacker!

Allerdings steigt die Angst vor Cyberkriminalität, weshalb SmartHome-Technologien oft als unsicher eingeschätzt werden. Zu Unrecht, denn die Gefahr, dass sich Fremde Zugang zu Passwörtern verschaffen, ist zumindest dann relativ ausgeschlossen, wenn man bei der Einrichtung einige Sicherheitsvorkehrungen beachtet. Wer sein SmartHome auch von unterwegs via Internet steuern möchte, sollte sorgsam bei der Vergabe von Passwörtern vorgehen. Wer einfach nur „passwort“ oder „1234“ verwendet, läuft Gefahr, ganz einfach gehackt zu werden. Nicht nur im SmartHome, sondern auch beim Online-Banking oder -Shooping sind sichere Passwörter das A und O, damit Cyberkriminelle nicht plötzlich Zugriff auf die eigenen Benutzerkonten erlangen. Wichtig dabei: Für jedes Online-Konto ein anderes Passwort verwenden. Damit man sich diese nicht alle merken muss, gibt es Passwortmanager, mit denen man sichere Passwörter generieren und sicher speichern kann. Laut Stiftung Warentest gibt es hierfür sogar kostenlose Tools, die sicher funktionieren.

Dass man beim W-LAN ebenfalls ein sicheres Passwort verwenden sollte, versteht sich daher fast von selbst. Aber auch die Sicherheitseinstellungen im Router können zur Sicherheit beitragen. Man sollte daher stets die bestmögliche Verschlüsselungstechnologie auswählen, um vor Hackern gefeit zu sein. Ein offenes W-Lan ist wie ein offenes Buch. Bei einigen Routern ist es möglich, den Zugang ins W-LAN auf bereits angemeldete Geräte zu beschränken. Selbst wenn also jemand an das W-LAN-Passwort kommen sollte, ist es nicht möglich, in das heimische Netzwerk einzudringen. Dies ist gerade für SmartHome-Nutzer sinnvoll, die zudem auch mit Hilfe entsprechender Routereinstellungen entscheiden können, ob ihr heimisches Netzwerk überhaupt über das Internet zugänglich sein soll. Wer das unterbindet, kann die SmartHome-Technologien lediglich im eigenen Haus nutzen, was in der Regel ausreicht. Andere Möglichkeit: Das SmartHome über eine fest installierte Steuereinheit im Haus regeln, die gar nicht erst mit dem Netzwerk verbunden wird. Das gibt nicht nur ein sicheres Gefühl, sondern spart auch noch Strom.


Fördergelder nutzen

Damit Einbruchschutz den eigenen Geldbeutel nicht unnötig belastet, kann man im Rahmen verschiedener Maßnahmen Fördergelder beantragen. Insbesondere bei altersgerechten oder energieeffizienten Umbauten können beispielsweise Fördergelder oder zinsgünstige Darlehen von der KfW auch für die SmartHome-Technologie eingesetzt werden.