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13 Personen nach Vorfällen bei Länderspiel in Prag identifiziert

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Die Dresdner Polizei hat nach den Ereig­nissen während des Quali­fi­ka­ti­ons­spiels zur Fußball­welt­meis­ter­schaft 2018 zwischen Tsche­chien und Deutsch­land in Prag "eigen­ständig erste Maßnahmen einge­leitet." 13 Personen aus Dresden und Umgebung wurden identi­fi­ziert. Ob sie an den Vorfällen im Stadion betei­ligt waren, ist den Ermitt­lern noch nicht bekannt. Wie die Zwickauer Polizei auf unsere Anfrage mitteilte, seien zudem zwei Personen aus der Zwickauer Szene auf Fotos identi­fi­ziert worden. Ob sie an Straf­taten betei­ligt waren, ist ungeklärt.Rechts­ex­treme hatten mehrfach "Sieg Heil" gerufen, auch die Natio­nal­hymnen und eine Schwei­ge­mi­nute wurden gestört. Zudem wurde der Schmäh­ge­sang "Timo Werner ist ein H**** angestimmt. Rund 200 Pöbler hatten am Freitag gehetzt, berich­tete die Nachrich­ten­agentur dpa.Natio­nal­spieler wie Mats Hummels, aber auch Trainer Jogi Löw und der DFB hatten das Verhalten dieser "Krawall­ma­cher" und "Chaoten" scharf verur­teilt. Die Mannschaft verzich­tete als Konse­quenz auf die Vorfälle nach dem Spiel auf den obliga­to­ri­schen Gang in die Fankurve.Dresdner Ermittler sichten öffent­lich zugäng­li­ches Bild- und Video­ma­te­rial. Im Ergebnis konnten sie bislang 13 Personen identi­fi­zieren, teilte die Polizei mit. Zwei von ihnen hatten bereits vor dem Spiel Gefähr­der­an­schreiben der Dresdner Polizei erhalten.Der Dresdner Polizei­prä­si­dent Horst Kretz­schmar teilte mit: „In erster Linie identi­fi­zieren unsere Ermittler Personen, die sich während des Spiels im Prager Stadion aufhielten. Wir gehen damit in Vorleis­tung für den Fall, dass uns die zustän­digen Behörden mit straf­recht­li­chen Ermitt­lungen beauf­tragen.“ Keine Ermitt­lungen bei Prager PolizeiDen identi­fi­zierten Dresd­nern werden von den tsche­chi­schen Behörden offenbar derzeit keine Straf­taten vorge­worfen. Nach Angaben der Prager Polizei gab es bis zum Montag keine Ermitt­lungen in der Sache. Auch Melde­auf­lagen geplantWeiter hieß es von Polizei­prä­si­dent Horst Kretz­schmar: „Da Gefähr­der­an­schreiben allein offen­sicht­lich nicht in jedem Fall von einer Anreise abhalten, werden wir zukünftig auch Melde­auf­lagen als weiteren präven­tiven Baustein prüfen. Voraus­set­zung dafür sind aller­dings konkrete Erkennt­nisse, die eine entspre­chende Gefah­ren­pro­gnose erlauben.“ Beamte der Dresdner Polizei waren nicht in Prag im Einsatz.Bundes­po­lizei stoppte Hooli­gans aus anderen Regionen an der GrenzeSchon im Vorfeld des Spiels hatte die Bundes­po­lizei entlang der sächsisch-tsche­chi­schen Grenze mutma­ß­li­chen Hooli­gans die Ausreise verwei­gert. Gegen sieben Personen wurden bei Kontrollen am A17-Grenz­über­gang und im grenz­über­schrei­tenden Bahnver­kehr Ausrei­se­un­ter­sa­gungen ausge­spro­chen, sagte ein Sprecher der Bundes­po­li­zei­di­rek­tion Pirna. Zu deren Identität wollte er sich nicht konkret äußern. „Nur so viel: Es waren keine Dresdner darunter.“  Es habe sich um Präven­tiv­maß­nahmen gehan­delt, weil es Anzei­chen gegeben habe, "dass diese Personen zu diesem Anlass nach Tsche­chein einreisen wollten". Bei ihnen seien auch Vermum­mungs­ge­gen­stände und Pyrotechnik gefunden worden.DFB-Präsi­dent will Ticket­ver­gabe refor­mierenDFB-Präsi­dent Reinhard Grindel will die Hetzpa­rolen deutscher Krawall­ma­cher zum Thema einer UEFA-Debatte machen. "Wir müssen gemeinsam mit den europäi­schen Verbänden über die Ticket­ver­gabe disku­tieren und Wege finden, die europa­weit mehr Kontrolle gewähr­leisten", sagte der Chef des Deutschen Fußball-Bundes dem "Kicker". Die Störer hatten ihre Eintritts­karten nach Angaben von Teamma­nager Oliver Bierhoff nicht über den offizi­ellen Verkaufsweg des DFB bezogen. "Wir haben bei uns eine nachvoll­zieh­bare Abgabe unserer Kontin­gente über den Fanclub Natio­nal­mann­schaft. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass es in Ländern wie San Marino oder Tsche­chien keine absolute Sicher­heit gibt, weil dort zum Beispiel von Einhei­mi­schen unkon­trol­liert Tickets weiter­ge­geben werden und in den freien Verkauf gelangen", sagte Grindel.Die Exeku­tive der Europäi­schen Fußball-Union (UEFA) trifft sich am 20. September in Nyon. Offen war zunächst noch, ob die UEFA nach den Vorfällen von Prag Ermitt­lungen einleitet. (mit dpa)