16 Beschuldigte im Zusammenhang mit Scheinehen in U-Haft

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Nach der Großrazzia gegen Schleuser und bandenmäßige Scheinehen sind 16 Beschuldigte zwischen 22 und 52 Jahren aus Indien, Pakistan und Nepal in Untersuchungshaft. Ein weiterer Haftbefehl gegen eine Frau wurde aus familiären Gründen gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt und ein ebenfalls festgenommener 34-Jähriger im beschleunigten Verfahren bereits zu einer Geldstrafe wegen unerlaubten Aufenthalts verurteilt, wie die Staatsanwaltschaft Leipzig am Freitag mitteilte. Der 52-Jährige, der als einer der Hauptbeschuldigten gilt, steht unter dringendem Schleuserverdacht.

Zusammen mit einem Komplizen soll er Indern und Pakistanern durch falsche oder verfälschte Eheschließungspapiere unerlaubt Einreise und Aufenthalt in der EU ermöglicht sowie Scheinehen mit EU-Bürgern auf Zypern organisiert haben. Pro Person wurden laut Bundespolizei zwischen 15 000 und 22 000 Euro dafür verlangt.

Die Bundespolizei hatte am Mittwoch insgesamt 39 Objekte in Sachsen, Thüringen, Rheinland-Pfalz und Bayern durchsucht. Schwerpunkt dabei war der Großraum Leipzig. Dabei waren 28 Menschen festgenommen und nach Angaben der Staatsanwaltschaft zehn wieder entlassen worden. Seit Frühjahr 2017 laufen Ermittlungen gegen zwei Hauptbeschuldigte und 66 weitere Verdächtige. Das sichergestellte Beweismaterial wie Bargeld, Heiratsurkunden, Mobiltelefone und Speichermedien wird noch ausgewertet. (dpa)