++ EIL ++

500 Menschen demonstrieren in Leipzig gegen Abschiebung von Afghanen

Zuletzt aktualisiert:

Etwa 500 Menschen haben am Samstag in Leipzig gegen die Abschie­bung von Asylbe­wer­bern nach Afgha­nistan demons­triert. Damit kamen in etwa so viele Demons­tranten wie die Veran­stalter angemeldet hatten. Die Kundge­bung war von Betrof­fenen selbst organi­siert worden und fand auch die Unter­stüt­zung des Sächsi­schen Flücht­lings­rates. Die Organi­sa­toren hatten schon im Vorfeld den "Deal" zwischen der deutschen und afgha­ni­schen Regie­rung kriti­siert, Flücht­linge gegen ihren Willen nach Afgha­nistan zurück­zu­schi­cken: "Es gibt keinen Platz in Afgha­nistan, der sicher ist vor den Taliban, dem IS, den Armeen der USA und der NATO, Luftan­griffen, Kriegs­drohnen oder Selbst­mord­an­schlägen", hieß es. Unlängst waren die Linken im Sächsi­schen Landtag mit einem Antrag geschei­tert, mit dem ein Stopp der Abschie­bung abgelehnter Asylbe­werber aus Afgha­nistan erreicht werden sollte. Trotz großer Überein­stim­mung bei der Beurtei­lung der Sicher­heits­lage in dem Krisen­land stimmte auch die SPD zusammen mit CDU und AfD dagegen. Unter­stützt wurde der Antrag von den Grünen. Linke-Migra­ti­ons­ex­pertin Juliane Nagel hatte darum geworben, dass sich Sachsen beim Bund für eine Umkehr in der Abschie­be­praxis einsetzt und Bundes­in­nen­mi­nister Thomas de Maizière (CDU) einen "eiskalten Kreuzzug" unter­stellt. Nagel sprach von "politi­schem Kalkül in Wahlkampf­zeiten".