• Demo von 500 Menschen in Volkmarsdorf © Redaktion

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500 Menschen demonstrieren in Volkmarsdorf gegen Abschiebung

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Etwa 500 Menschen haben in der Nacht zu Mittwoch teils gewaltsam gegen die Abschiebung eines Mannes in Leipzig-Volkmarsdorf demonstriert. Mehrere Menschen wurden dabei verletzt, darunter laut Angaben des Sächsischen Innenministeriums elf Polizisten.

Der Protest begann nach Polizeiangaben am Dienstagabend in der der Hildegardstraße, wo sich eine Gruppe von etwa 30 Menschen der Abschiebung entgegengestellt und den Einsatz blockiert habe. Zu einer spontan angemeldeten Demonstration gegen die Abschiebung kamen im Laufe der Nacht immer mehr Menschen, wie ein Polizeisprecher sagte.

Der Mann, für den die Menschen auf die Straße gegangen waren, sei trotz der Blockade weggebracht worden. Es soll sich um einen kurdischen Syrer handeln, der nach Spanien abgeschoben werden soll, so der Grünen-Politiker Jürgen Kasek, der nach eigenen Angaben mit vor Ort war. Der Syrer war demnach über Spanien in die EU eingereist. Nach Informationen der Linken-Abgeordneten Juliane Nagel soll es sich um einen 23-Jährigen handeln. 

Laut Polizei war die Versammlung um 1.30 Uhr offiziell beendet. Es seien aber Bierflaschen und Steine gegen die Polizisten geworfen worden. Die Beamten hätten Pfefferspray eingesetzt. Im Netz gab es Kritik am Vorgehen der Polizei. Der Grünen-Politiker Jürgen Kasek schrieb auf Twitter, dass die Situation völlig eskaliert sei und mehrere Menschen verletzt worden seien. Auch Marco Böhme, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Linken im sächsischen Landtag, schrieb auf Twitter von einer eskalierten Situation. Es habe viele Verletzte gegeben, die Polizei habe massiv Pfefferspray gegen Demonstranten eingesetzt.

Die Polizei will sich erst am Mittwochmittag näher zu ihrem Vorgehen äußern. Die Zahl der Verletzten war am Morgen noch unklar. Ob es zu Festnahmen kam, war zunächst ebenfalls nicht bekannt.

UPDATE, 15:01 Uhr:

Die Polizei hat sich geäußert. Laut einer Mitteilung eskalierte die Situation gegen 1:30 Uhr in der Nacht, als die Spontanversammlung offiziell endete. Demnach wurden die Beamten mit Steinen und Flaschen beworfen, als sie die Barrikaden an der Ecke Hildegard- und Konradstraße räumen wollten. Danach habe die Polizei unmittelbaren Zwang auch durch Hilfsmittel der körperlichen Gewalt angewandt, heißt es wörtlich in der Mitteilung. Drei Tatverdächtige wurden festgenommen, zwei davon befinden sich noch in Gewahrsam. Es wird wegen schwerem Landfriedensbruch und gefährlicher Körperverletzung ermittelt.