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Amazon eröffnet neues Forschungszentrum in Dresden

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Der Online-Versandhändler Amazon hat am Mittwoch in Dresden ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum. IT-Expertinnen und -Experten sollen hier am Cloud-Dienst von Amazon Web Services arbeiten. Außerdem will das Unternehmen den IT-Nachwuchs mit zehn Deutschlandstipendien an der TU Dresden sowie durch eine Kooperation mit dem Medienkulturzentrum fördern.

Zur Eröffnung erschien am Mittwoch der sächsische Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) gemeinsam mit dem US-Generalkonsul für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, Ken Toko. Der sah das Engagement von Amazon als Beleg dafür, dass „die USA und Deutschland gemeinsam Großartiges erreichen können“.

Das Team in Dresden befasst sich konkret mit der Entwicklung des Cloud-Dienstes „Amazon Elastic Compute Cloud“ - neben Netzwerk- Speicherdiensten ein zentraler Baustein von AWS. Cloud Computing betrifft die Bereitstellung von IT-Infrastruktur und IT-Leistungen wie etwa Speicherplatz, Rechenleistung oder Anwendungssoftware als Service via Internet.

Um neue Leute zu gewinnen, arbeitet der Konzern mit der TU zusammen und finanziert zehn Stipendien für Informatik-Studenten. Zugleich übergab Chris Schlaeger, Geschäftsführer der Amazon Development Center Germany GmbH, dem Medienkulturzentrum Dresden einen Scheck in Höhe von 10 000 Euro, um damit die Mediennutzung junger Leute zu fördern. Die kann nicht früh genug beginnen, waren sich am Mittwoch alle einig. Laut Kretschmer soll an sächsischen Schulen das Programmieren neben Englisch zu einer Art zweiten Fremdsprache werden. Junge Menschen brauchten eine gute humanistische Bildung, aber auch Fachkenntnisse in anderen Bereichen - und das in Kombination mit Digitalisierung.

Das neue Entwicklungszentrum befindet sich auf einem historisch interessanten Areal. 1873 hatte ein Mann namens Clemens Müller hier eine Nähmaschinen-Fabrik gegründet, dann wurden auch Schreibmaschinen gefertigt. Schlaeger zufolge gingen später mehr als eine Million Schreibmaschinen von Dresden in alle Welt - mit wohlklingenden Namen wie Veritas, Stella, Erika und Ideal. Schreibmaschinen seien der erste Schritt in Richtung Büroautomatisierung gewesen und hätten eine Entwicklung eingeleitet, die bis heute andauere, betonte er.

Anders als damals wird den Mitarbeitern heute Einiges geboten - nicht nur Obst, Snacks und Softdrinks. Es gibt einen Raum für Spiele, einen für Brainstorming und einen Stillraum für Mütter. Ein begrünter Wintergarten mit Dachterrasse bietet einen Panoramablick auf die Dresdner Altstadt. Ein Bienenstock auf dem Dach dient der Honig-Produktion. Die Mitarbeiter sollten die Möglichkeit haben zu entspannen und die Batterien zu laden, betonte der Geschäftsführer.

Seit 2013 ist Amazon in Dresden präsent und hat dort derzeit 120 Beschäftigte. Der Dresdener Standort ist eines von vier Forschungs- und Entwicklungszentren von Amazon in Deutschland. Weitere befinden sich in Aachen, Berlin und Tübingen. Die Forscherteams kooperieren jeweils mit lokalen Forschungsinstitutionen und Universitäten.