Jetzt neu laden?
- Die Zufahrt zur Grimmaischen Straße vom Leipziger Augustusplatz aus am Tag danach - hier raste der Amokfahrer (33, deutsch) am späten Montagnachmittag (kurz vor 17 Uhr) hinein.
- Am "goldenen Ei" gegenüber der Zufahrt haben Menschen Blumen abgelegt und Kerzen gestellt. Das Ei erinnert eigentlich die friedliche Revolution von 1989.
- Diesen Zettel hier hat jemand statt Blumen oder Kerzen hinterlassen.
2 Tote bei Amokfahrt durch Leipzig: Todesfahrer muss nicht ins Gefängnis, sondern in Psychiatrie
Leipzig ringt um Fassung. Nach der Amokfahrt am Montag hat es am Dienstagabend in der Nikolaikirche zum Gedenken an die Opfer eine ökumenische Andacht gegeben. Oberbürgermeister Burkhard Jung wünschte den Hinterbliebenen Kraft, erklärte aber auch, dass man Städte in einer offenen Gesellschaft nicht zu Festungen umbauen könnte.
Ganz bewusst habe man deshalb am Dienstag auch den Wochenmarkt direkt neben dem Tatort nicht abgesagt, sagte uns Marktamtsleiter Walter Ebert. Es habe viele positive Rückmeldungen dazu gegeben. Am Montagabend war ein 33-jähriger in Leipzig geborener Deutscher durch die Fußgängerzone in der Leipziger Innenstadt gerast - vom Augustusplatz aus die Grimmaische Straße entlang bis zum Markt. Zwei Menschen starben, viele weitere wurden zum Teil schwer verletzt.
UPDATE - Mittwoch (09.28 Uhr):
Auf Nachfrage hat uns Leipzigs Stadtsprecher Matthias Hasberg erklärt und versichert, dass die Zufahrt zur Grimmaischen Straße vom Augustusplatz aus (dort führ der mutmaßliche Todesfahrer rein) noch im Laufe des Tages mit speziellen Pollern gesichert werde - so ähnlich wie beim letzten Weihnachtsmarkt.
UPDATE - Mittwoch (08.42 Uhr):
Die Zufahrt zur Grimmaischen Straße ist wieder komplett offen. Passanten vor Ort sind verwirrt, weil dadurch die Gefahr von Nachahmungstaten besteht.
UPDATE - Dienstag (20.25 Uhr):
Ein Haftrichter hat den 33-Jährigen Todesfahrer am Dienstagabend nicht ins Gefängnis, sondern in eine geschlossene Psychiatrie eingewiesen - mit einem sogenannten Unterbringungsbefehl. Zur Begründung wird der Verdacht („dringende Gründe“) auf eine erheblich verminderte Schuldfähigkeit angeführt. Bisher allerdings noch immer keine Angaben werden zum Motiv gemacht. Deshalb kursieren Spekulationen, zum Beispiel zu einer möglichen Beziehungstat.
UPDATE - Dienstag (15.09 Uhr):
Die Polizei hat am Dienstagnachmittag weitere Details zu der Amokfahrt veröffentlicht. Demnach soll es neben den zwei Toten noch sechs Verletzte im Alter von 21 bis 87 Jahren gegeben haben, darunter zwei Schwerverletzte. Weitere 80 Personen hätten psychologisch betreut werden müssen.
Offiziell bestätigt wurde jetzt auch, dass sich der 33-jährige Fahrer vor kurzem in psychologischer Behandlung befunden habe. Am 17. April habe er die Polizei angerufen, wirres Zeug erzählt und sei daraufhin mit seinem Einverständnis in eine Psychiatrie gebracht worden. Denn den Angaben zufolge ist er schon mehrfach wegen Verleumdungen, Beleidigungen oder übler Nachrede auffällig gewesen. Medienberichten zufolge soll er seine Ehefrau (beide sollen sich getrennt haben) zuletzt mehrfach bedroht haben.
Im Krankenhaus (Altscherbitz) sei er allerdings nur bis letzten Mittwoch behandelt worden - nicht wie bisher berichtet bis Sonntag. Vorstrafen habe der Deutsche bisher aber keine, so ein Polizeisprecher. Die Hintergründe der Tat seien weiter Gegenstand der laufenden Ermittlungen. „Nach aktuellem Stand gibt es keine Hinweise für ein politisches oder religiöses Motiv.“ Der Mann soll noch im Laufe des Nachmittags einem Haftrichter vorgeführt werden. Bisher ist das noch nicht passiert.
Die Sperrung der Fußgängerzone soll noch im Laufe des Tages aufgehoben werden, hieß es weiter. Wann genau, sei noch unklar. Ein Stadtsprecher hatte zuletzt von 18 Uhr gesprochen.
Die Polizei bittet weiterhin um Zeugenhinweise zu der Amokfahrt und dem Täter - bitte direkt ans Hinweisportal oder anrufen, Telefon 0341 / 966 46666
UPDATE - Dienstag (12.50 Uhr):
Wir haben uns mit vielen Menschen unterhalten, die heute, am Tag nach der schrecklichen Amok-Fahrt auf dem Augustusplatz unterwegs sind (siehe AUDIO unten).
UPDATE - Dienstag (11.57 Uhr):
Zum Gedenken an die Opfer der gestrigen Amokfahrt legt die Stadt Leipzig im Rathaus ab 12.30 Uhr ein Kondolenzbuch aus - in der Unteren Wandelhalle des Neuen Rathauses. OB Burkhard Jung will sich um 12.15 Uhr dort eintragen. Ab 12.30 Uhr wird es freigegeben. Die Flaggen vorm Rathaus wehen heute (Dienstag) nur auf Halbmast. Am Nachmittag wollen Jung und Ministerpräsident Michael Kretschmer an der Unglücksstelle auf dem Augustusplatz Blumen niederlegen und danach am Ökumenischen Gottesdienst teilnehmen. Er findet um 17 Uhr in der Nikolaikirche statt.
UPDATE - Dienstag (10.43):
Medienberichten zufolge soll der Mann am Sonntag aus einer Leipziger Psychatrie entlassen worden sein, in die er sich zuvor selbst eingewiesen habe. Wegen aggressivem Verhalten gegenüber anderen Patienten. Ob die Polizei über seine Entlassung informiert wurde, ist bisher unklar.
UPDATE - Dienstag (8.52 Uhr):
Trotz der großflächigen Sperrung ist der heutige Wochenmarkt am Alten Rathaus erreichbar. Darüber hat das Markt informiert. Es sei jedoch allen Markthändlern freigestellt worden, ob sie teilnehmen möchten. Der Zugang für Händler und Besucher sei von Norden her möglich. Teile des Marktes sind wegen der Spurensicherung weiterhin gesperrt - voraussichtlich bis 18 Uhr, hieß es.
UPDATE - Dienstag (08.33 Uhr):
Nach der mutmaßlichen Amokfahrt eines 33jährigen durch die Leipziger Innenstadt, wird am Abend zu einer ökumenischen Gedenkandacht in die Leipziger Nikolaikirche eingeladen. Doch auch den ganzen Tag über finden die Leipziger in den beiden Innenstadtkirchen St. Nikolai und St. Thomas Räume, um zu trauern, Kerzen anzuzünden und an die Opfer zu erinnern. Zu der ökumenischen Andacht ab 17 Uhr in der Nikolaikirche haben sich u.a. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer und Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung angekündigt.
UPDATE - Dienstag (08.28 Uhr):
Die Grimmaische Straße und der Marktplatz sind weiterhin gesperrt. „Wie lange die Ermittlungsarbeiten vor Ort noch andauern und wann die gesperrten Bereiche wieder freigegeben werden, ist derzeit unklar“, sagte ein Sprecher der Leipziger Polizei.
UPDATE - Dienstag (07.15 Uhr):
Der mutmaßliche Täter soll Medienberichten zufolge bereits vor der Tat psychisch auffällig gewesen sein. Es soll sich um einen 33-jährigen Familienvater handeln, der verheiratet ist und ein Kind hat. Als Boxtrainer habe er auch Kinder trainiert. Am Sonntag soll er noch in einer Psychiatrie gewesen sein.
UPDATE - Montag (21.22 Uhr):
Innenminister Armin Schuster, Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung, Leipzigs Polizeipräsident René Demmler, Einsatzleiter Axel Schuh von der Feuerwehr und die leitende Leipziger Oberstaatsanwältin Claudia Laube haben vor dem Neuen Rathaus bei der Pressekonferenz den Angehörigen ihr Beileid ausgesprochen.
Bei dem Fahrer habe es sich um einen 33-jährigen Deutschen aus Leipzig gehandelt. Er sei an der Commerzbank bei einem Zusammenstoß zum Stehen gekommen und dann von Polizisten überwältigt worden sein. Innenminister Armin Schuster spricht von einer Amok-Tat eines Einzeltäters. Zum Motiv gebe es noch keine gesicherten Erkenntnisse.
Bei den beiden Toten handelt es sich laut Polizei um eine 63-jährige Frau und einen 77-jährigen Mann, beides Deutsche.
UPDATE - Montag (19 Uhr):
Im Rathaus wird es gegen 20 Uhr noch mal eine Pressekonferenz mit Polizei und Oberbürgermeister geben.
UPDATE - Montag (18.50 Uhr):
Der Täter soll bei seiner Festnahme psychisch auffällig gewirkt haben. Augenzeugen schildern, dass es sich um einen hellhäutigen, etwa Mitte 30 Jahre alten Mann gehandelt haben soll. Vermutlich ein Deutscher, er soll viele Tattoos haben und ein helles Shirt getragen haben.
UPDATE - Montag (18 Uhr):
Nach unseren Infos hat es mindestens zwei Tote gegeben. Feuerwehrchef Axel Schuh bestätigt das auch vor Ort. Insgesamt etwa 25 Personen sollen angefahren worden sein, zwei weitere wurden schwer verletzt. Der Fahrer sei mittlerweile gefasst. Der Oberbürgermeister ist vor Ort und sagt, es bestehe aktuell keine Gefahr mehr für die Bevölkerung.
UPDATE - Montag (17.37 Uhr):
Laut Polizei besteht keine Gefahr mehr. Der Augustusplatz und Teile der Innenstadt sind abgeriegelt worden. Eine Augenzeugin hat uns berichtet, dass mehrere Menschen wiederbelebt werden mussten. Mindestens eine Person sei mit einem Laken abgedeckt worden, also offenbar verstorben.
UPDATE - Montag (17.14 Uhr):
Augenzeugen berichten jetzt, dass es offenbar auch Tote gegeben hat. Mehrere Menschen vor Ort seien mit Tüchern abgedeckt worden. Es soll auch eine Messerstecherei gegeben haben.
ERSTMELDUNG - Montag (17.02 Uhr):
Amok-Fahrt am Montag durch die Leipziger Innenstadt: Gegen 17 Uhr haben uns erste Berichte erreicht, dass ein beschädigter VW SUV mit einer Person auf dem Auto vom Augustusplatz über die Grimmaische Straße durch die Fußgängerzone in Richtung Markt gerast ist. Es soll mehrere Verletzte geben, sagte uns eine Polizeisprecherin auf Anfrage. Die Lage sei unübersichtlich.
Ein Rettungshubschrauber ist auf dem Augustusplatz gelandet. Ein Augenzeuge, an dem der Wagen direkt vorbei raste berichtet, dass es so aussah, als habe sich noch eine junge Frau verzweifelt an der Dachreling festgehalten habe. Er habe seinen Bekannten gerade noch zur Seite ziehen können.


