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Apotheker-Nachwuchs gesucht

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Leipzig (dpa/sn) - Die Suche nach einem geeig­neten Nachfolger gestaltet sich für viele Apotheker in Sachsen immer schwie­riger. „Über 15 Prozent der Apothe­ken­in­haber sind über 60 Jahre alt“, sagte Thomas Dittrich, Vorsit­zender des Sächsi­schen Apothe­ker­ver­bandes (SAV), über die Situa­tion im Freistaat. Zwar würden in Sachsen ständig Apotheker gesucht, aller­dings gestalte sich die Suche im ländli­chen Raum schwie­riger als in den Ballungs­räumen Dresden, Chemnitz und Leipzig. „Für die Apothe­ken­in­haber auf dem Land bedeutet das, dass sie sich langfris­tiger um ihre Nachfolge kümmern müssen“, so Dittrich. Die Zahl der Apotheken in Sachsen ist seit 2011 leicht zurück­ge­gangen - von 1.001 auf 991 Ende des vergan­genen Jahres. Aber: „Von einer Unter­ver­sor­gung kann in Sachsen keine Rede sein“, stellt Dittrich klar. Die öffent­li­chen Apotheken stellen auch die Versor­gung auf dem Land sicher. „Nicht vorrä­tige Arznei­mittel werden per Boten zu den Patienten gebracht, die die Apotheke nicht noch einmal aufsu­chen können.“  Für die Versor­gung von abgele­genen Orten oder Ortsteilen ohne Apotheke gibt es noch die Möglich­keit, eine Rezept­sam­mel­stelle zu betreiben. 66 solcher spezi­ellen Brief­kästen, in die Patienten ihre Rezepte einwerfen können, gibt es derzeit. Betrieben werden sie von einem Apotheker, der die Rezepte zu festge­legten Zeiten abholt, die Medika­mente besorgt und zu den Patienten bringt.  Eine Apotheke versorgt in Sachsen im Durch­schnitt 4.100 Patienten. Durch­schnitt­lich 83 Prozent des Umsatzes der typischen Wohnge­biets­apo­theken entfallen auf den Verkauf rezept­pflich­tiger Medika­mente. Die restli­chen 17 Prozent verteilen sich auf apotheken-, aber nicht verschrei­bungs­pflich­tige Medika­mente, freiver­käuf­liche Arznei­mittel und „das apothe­ken­üb­liche Ergän­zungs­sor­ti­ment.“ Eine große Heraus­for­de­rung für die Apotheken sei die Versor­gung sogenannter multi­mor­bider Kranker. „Weil diese Patienten oft mit mehr als fünf verschie­denen Wirkstoffen gleich­zeitig behan­delt werden, ist ihre Arznei­mit­tel­the­rapie nicht selten frei von Risiken. Die Bedeu­tung der Beratung der Patienten durch Apotheker nimmt also zu“, so Dittrich.  Vehement setzt sich der SAV deshalb auch dafür ein, dass auch in Zukunft Apotheker im Freistaat ausge­bildet werden. „Beson­ders wichtig in diesem Zusam­men­hang ist der Erhalt des Pharma­zeu­ti­schen Insti­tuts an der Univer­sität Leipzig, um auch weiterhin eine Ausbil­dung junger Pharma­zeu­tinnen und Pharma­zeuten in Sachsen zu gewähr­leisten.“ Der Studi­en­gang Pharmazie in Leipzig ist seit 2011 von der Schlie­ßung bedroht. Hinter­grund sind Sparvor­gaben, die das sächsi­sche Minis­te­rium für Wissen­schaft und Kunst der Uni damals verordnet hatte.