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Applaus, aber auch Buh-Rufe für Martin Schulz in Leipzig

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Mit verhal­tenem Jubel und verein­zelten Buh-Rufen ist Martin Schulz am Diens­tag­nach­mittag im Nikolai­kirchhof empfangen worden. Mehrere hundert Leipziger lauschten den Worten des SPD-Kanzler­kan­di­daten. Schulz bekräf­tigte bei seinem Auftritt unter anderem seine Forde­rung nach weniger Födera­lismus in der Bildungs­po­litik. Es könne nicht sein, dass Kinder ganze Schul­jahre wieder­holen müssten, nur weil sie mit ihren Eltern von einem Bundes­land ins andere zögen.  Auch forderte Schulz erneut mehr Engage­ment des Bundes in Bildungs­fragen. Angesichts von Milli­ar­den­über­schüssen in der Staats­kasse habe Deutsch­land die Wahl. Natür­lich könne man das Geld in „Panzer und Kanonen“ stecken. „Aber ich bin dafür, dass der Bund den Ländern dabei hilft, die Schulen zu sanie­ren“, sagte Schulz unter dem Jubel Hunderter Anhänger. Auch die duale Berufs­aus­bil­dung müsse gestärkt werden. Sie sei genauso viel wert wie die akade­mi­sche Bildung, sagte Schulz, der selbst kein Abitur hat. Außerdem pochte der Heraus­for­derer von Kanzlerin Angela Merkel auf mehr Inves­ti­tionen in Deutsch­land. Die USA hätten Deutsch­land wirtschaft­lich in manchen Berei­chen bereits abgehängt, bei der Forschung sei die Bundes­re­pu­blik nur noch Mittelmaß, sagte Schulz. Ganze Regionen seien vom Internet abgeschnitten. „Ausruhen ist nicht!“ Als Kanzler wolle er den Staat zu Inves­ti­tionen verpflichten.