Aquarium im Zoo Leipzig wird umgebaut - Gewölbtes Rochenbecken wird neues Highlight
Das Aquarium im Zoo Leipzig ist schon seit Beginn des Jahres geschlossen, in den nächsten zwei Jahren soll es komplett neugestaltet werden. Der Umbau beginnt in den nächsten Tagen. Umgebaut werden der Mittelbau (von 1910) und der Neubau (von 1992). Notwendig wird die Sanierung unter anderem, weil die Technik veraltet ist, die Nässeschäden immer gravierender wurden und die Träger rosten. Für die Bauarbeiten wird auf der Rückseite des Aquariums eine Brücke über die Parthe gebaut, damit die Besucher nicht von Lkw und Baggern gestört werden. Insgesamt wird es nach dem Umbau auch weiterhin etwa 40 Becken im Aquarium geben. Während der Umbauarbeiten bleibt das Aquarium geschlossen. Das Terrarium ist aber weiter geöffnet, es wird erst in einem zweiten Bauabschnitt modernisiert. Anaconda-Haltung im Gespräch Im Mittelbau sollen künftig nur noch Süß-, und im Neubau nur noch Salzwasseraquarien stehen. Die großen Landschaftsaquarien im Neubau kommen weg, dafür entsteht im Mittelbau ein neues Highlight: Das jetzige Panoramabecken wird zum großen Süßwasserrochenbecken umgebaut. Mit drei Metern soll es nach dem Umbau fast doppelt so tief sein wie bisher und die Scheibe soll sich über den Köpfen der Besucher wölben. Wenn die Rochen gefüttert werden, können die Besucher so besonders gut zuschauen. Wie uns Kurator Ulrich Graßl verriet, denke man auch darüber nach, in dem Becken zusätzlich eine grüne Anaconda zu halten. Es müsse aber noch einige Gespräche geben, eine mögliche Haltung hänge von vielen Faktoren ab. Anacondas sind die größten Schlangen der Welt, sie können bis zu neun Meter lang werden. Sie fühlen sich im Wasser wohl, brauchen aber auch Platz an Land. Das große Ringbecken oben im Neubau bleibt erhalten, dort wird es nur ein paar Modernisierungsarbeiten geben - zum Beispiel werden die Wände gestrichen. In den unteren Bereich kommen verschieden große Salzwasseraquarien. Kurator Ulrich Graßl freut sich besonders, dass dort endlich auch Quallen gehalten werden sollen. Pinguinanlage wird durch Koikarpfen-Landschaft ersetzt Auch vor dem Gebäude wird gebaut. Die bisherige Pinguinanlage verschwindet. Dafür wird dort eine Koikarpfen-Landschaft im japanischen Stil entstehen. Die Pinguine sind dafür schon im November von Leipzig nach Berlin gezogen. Tiere sind alle schon umgezogen Der Umzug der Tiere war für Kurator Ulrich Graßl eine der größten Herausforderungen. Zunächst wurde eine Liste erstellt mit allen Tieren, die den Zoo Leipzig verlassen müssen. Diese Liste wurde an 40 Zoos verschickt. Dann wurde beraten, wer welches Tier bekommen soll. In den letzten Wochen war deshalb jede Menge los im Aquarium - jeder Zoo musste die gewünschten Tiere abholen. Unter anderem gingen sie nach Rostock, Stralsund oder Stuttgart. Hinzu kam der Abschiedsschmerz bei einigen Pflegern, die sich zum Teil jahrzehntelang um einige Tiere gekümmert hatten. "Aber wir wissen ja, dass sie in gute Hände kommen", so Graßl. Der Zoo-Kurator geht davon aus, dass diese Zoos ihn dann auch unterstützen werden, wenn es darum geht die Becken in Leipzig wieder mit Fischen zu füllen. Viele Süßwasserfische konnte der Zoo Leipzig aber behalten. Sie wurden in Pools und Aquarien unterhalb des Gondwanalandes untergebracht. Dort kümmern sich die Pfleger weiterhin um die Tiere.