++ EIL ++
  • Präsentation der Schriftenfunde im Stadtarchiv Leipzig, v.l.: Peter Wollny, Hans-Joachim Knölker, Bernd Koska und Michael Ruprecht.

Bach ganz privat: Neue Funde im Leipziger Stadtarchiv

Zuletzt aktualisiert:

Johann Sebastian Bach war nicht nur ein Musikgenie, sondern auch ein fleißiger Briefeschreiber und gelegentlich ein Dickkopf im Clinch mit der Stadtverwaltung. Im Leipziger Stadtarchiv sind nun Dokumente aufgetaucht, die uns den Menschen hinter der Perücke ein Stück näherbringen.

Ein besonders guter Sänger

Entdeckt wurden die Schriftstücke von Bernd Koska, einem Experten des Bach-Archivs. Es handelt sich um Zeugnisse für Studenten, die sich um Stipendien bewarben. Peter Wollny, Direktor des Bach-Archivs, erklärt den Inhalt ganz locker: „Bach sagt Dinge wie: Dieser Mensch hier ist ein besonders guter Sänger. Er ist immer sehr zuverlässig gewesen und ich empfehle ihn mit ganzem Herzen.“

Netzwerker und Streithammel

Die Funde beweisen, dass Bach ein riesiges Netzwerk aus Musikern und Förderern koordinierte. Doch es lief nicht immer harmonisch. Die Akten dokumentieren auch handfeste Konflikte: „Es gibt Dokumente, die seine Konflikte mit dem Stadtrat betreffen – also wenn er sich über etwas geärgert hat oder der Stadtrat sich über Bach“, so Wollny.

Bach für alle (auch digital)

Wer die Originale sehen will, kann das aktuell im Stadtarchiv Leipzig tun. Für alle anderen gibt es bald eine bequeme Lösung: Ab Spätherbst werden die Funde online gestellt – inklusive Übersetzung, damit man die alte Handschrift auch ohne Expertenwissen versteht.

Wie Wollny sagt: „Man kann das bald von der Ferne tun, wobei sich ein Besuch in Leipzig natürlich immer lohnt.“

Audio:

Peter Wollny verrät im Interview mehr über die Hintergründe des Fundes.