Bahn verspricht mehr Service im Nahverkehr
Im Kampf um Fahrgäste und weitere Strecken im sächsischen Nahverkehr setzt die Deutsche Bahn verstärkt auf Service. Mehr Sicherheitsleute in den Abendstunden, zusätzliche Kundenberater sowie mehr Reinigungs- und Wartungspersonal in den Zügen sollen die Reisen noch in diesem Jahr komfortabler machen, sagte der Leiter des DB Regio Verkehrsbetriebs Südostsachsen, Klaus-Dieter Martini, am Mittwoch in Dresden. 2010 habe für die Bahn im Freistaat unter keinem guten Stern gestanden. Der Ausfall der Neigetechnik und vor allem das Hochwasser im August mit seinen langwierigen Folgen hätten reichlich Fahrgäste gekostet. Die DB Regio Südostsachsen ist im gesamten Freistaat mit Ausnahme der Region Leipzig aktiv. Durchschnittlich knapp 73 000 Menschen pro Tag hat sie dort im vergangenen Jahr befördert. 2009 waren es mehr als 75 000 am Tag. Auf den grenzüberschreitenden Strecken nach Polen und Tschechien gab es hingegen ein Plus bei der Zahl der Fahrgäste. Die Haushaltskürzungen beim Nahverkehr habe die DB Regio mit leichten Blessuren überstanden, sagte Martini. Die von den Zweckverbänden angekündigte Ausdünnung der Verbindungen sei am Ende nicht wie angedroht umgesetzt worden. Für die demnächst anstehenden Ausschreibungen neuer Strecken sieht Martini das Unternehmen gut gerüstet. Weil nach der Einigung auf einen Branchentarif im Januar kein Preiskampf im bisherigen Maße mehr möglich sei, rückten auch hier Qualität und Service stärker ins Blickfeld. Für die kommenden Jahre deute sich allerdings ein Nachwuchsproblem bei DB Regio Südostsachsen an. Für etwa 40 Prozent der Mitarbeiter stehe der Ruhestand bevor. Die alle zu ersetzen, werde eine schwierige Aufgabe.