Bahnchef kommt zum Gipfeltreffen nach Chemnitz
Ministerpräsident Stanislaw Tillich und Bahn-Chef Rüdiger Grube kommen heute in Chemnitz zu einem Bahngipfel zusammen. Hauptthema ist die mangelnde Anbindung des Freistaates an den Fernverkehr. In den Geprächen soll es unter anderem um die durchgehende Elektrifizierung der Strecke Chemnitz-Leipzig gehen. Auch über den weiteren Ausbau der Sachsen-Franken-Magistrale auf bayrischer Seite will Tillich mit Bahnchef Grube sprechen. Ein weiterer Schwerpunkt sind die Probleme auf der Verbindung zwischen Dresden und Berlin. Hier fahren die Züge teilweise noch immer im Schneckentempo. Die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig rechnet beim Bahngipfel mit einem zählbaren Erfolg für die Region Südwestsachsen. Sie erwarte vom Treffen zwischen Deutsche-Bahn-Chef Rüdiger Grube und Ministerpräsident Stanislaw Tillich eine klare Verabredung zur Wiederanbindung der Stadt an den Fernverkehr der Bahn, sagte Ludwig. Zugleich äußerte sie sich zuversichtlich, dass Land und Bahn eine Absichtserklärung zur durchgehenden Elektrifizierung auf der Strecke zwischen Chemnitz und Leipzig unterzeichnen könnten. Nötig sei ein klarer Plan mit einer entsprechenden Grundlage, betonte Ludwig. Sie selbst will im Anschluss daran Grube bei einem Rundgang über die Baustelle am Hauptbahnhof begleiten. Der Bahnchef werde am 16. Juli erneut nach Chemnitz kommen, um etwa auch mit den Landräten der Region sprechen zu können, kündigte Ludwig an. Chemnitz fühlt sich seit Jahren vom Fernverkehr der Bahn abgehängt. Einen vor zwei Wochen veröffentlichten Appell zur Wiederanbindung haben nach Angaben der Stadtverwaltung inzwischen rund 5.000 Menschen unterschrieben. Gefordert werden ein durchgehend zweigleisiger Ausbau und die Elektrifizierung der Strecke nach Leipzig sowie die durchgehende Elektrifizierung der Sachsen-Franken-Magistrale bis nach Nürnberg. "Es gibt in Deutschland keine mit der Größe und Bedeutung von Chemnitz vergleichbare Stadt ohne Fernverkehrsanschluss", heißt es in dem Papier.