++ EIL ++
  • Diese Erfindung des Fraunhofer-Institutes Chemnitz/Dresden könnte bald dafür sorgen, das wir beim Zähneputzen beide Hände frei haben.
  • Paul Schlieben, Louis Hellmund und Anas Ben Achour vom Fraunhofer-Institut haben zusammen mit Zahnarzt Tom Schröder (v.l.) die Firma dentson gegründet, um ihr revolutionäres Produkt auf den Markt zu bringen.

Bald haben Sie beim Zähneputzen beide Hände frei

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Es sieht aus wie der Mundschutz eines Boxers. Graues Material, violette Streifen, die Form erinnert an ein Gebiss. Doch was auf dem Foto wie Sportausrüstung wirkt, könnte das Zähneputzen verändern. Entwickelt wurde die ungewöhnliche Zahnschiene von Forschern aus Sachsen. Ihr Versprechen: Saubere Zähne, ohne selbst zur Bürste zu greifen.

Winzige Hochdruckreiniger im Mund

Morgens im Halbschlaf vor dem Spiegel stehen und mühsam schrubben? Damit soll bald Schluss sein. Forscher des Fraunhofer-Instituts in Chemnitz und Dresden haben ein neuartiges System entwickelt, das quasi autonom putzt. Man steckt die Schiene in den Mund, schaltet sie ein und lässt sie vier Minuten arbeiten.

Und das passiert: Ultraschall erzeugt in einer Flüssigkeit winzige Dampfbläschen. Sie werden zusammengedrückt und fallen plötzlich in sich zusammen. Dabei schießen mikroskopisch kleine Flüssigkeitsstrahlen auf die Zahnoberflächen. Der Effekt ähnelt einem Hochdruckreiniger im Miniaturformat.

Das Verfahren soll sogar schwer zugängliche Zahnzwischenräume und Zahnfleischränder erreichen. Ziel der Entwickler ist es, Beläge auf 99 Prozent aller Zahnoberflächen zu lösen. Ob dieser Wert im Alltag tatsächlich erreicht wird, muss sich allerdings noch zeigen.

Die Schiene soll sogar Karies entdecken

Hinter der Erfindung stecken drei Forscher des Fraunhofer-Instituts IWU und ein Mediziner des Universitätsklinikums Dresden. Die Idee entstand ursprünglich bei der Suche nach einer besseren Mundpflege für Intensivpatienten. Auch Menschen, die ihre Hände nur eingeschränkt bewegen können, könnten profitieren. Inzwischen haben sie die Firma dentson gegründet, um die Idee zu vermarkten.

Künftig soll die Schiene außerdem Zahnbelag und mögliche Karies erkennen. Eine App könnte dann vor Problemen warnen und gegebenenfalls einen Zahnarztbesuch empfehlen. Die Forscher haben bereits Prototypen getestet. Das europäische Patent ist erteilt.

Verkaufsstart für 2027 geplant

Bereits im ersten Quartal 2027 soll das System auf den Mark kommen verkaufen. Zum Paket gehören neben der Schiene eine Steuereinheit, eine Ladestation und spezielles Zahngel. Der Preis soll unter dem der teuersten elektrischen Zahnbürsten liegen.

So könnte schon bald in unserem Badezimmer ein Ding liegen, das wie eine Boxerausrüstung aussieht – und uns nicht für den Ring, sondern für ein strahlendes Lächeln fit macht.