Baugenehmigung für Moschee in Leipzig erteilt

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Die islamische Ahmadiyya-Gemeinde darf ihre Moschee in Gohlis bauen. Wie es aus dem Rathaus heißt, wurde inzwischen die Baugenehmigung erteilt. Entstehen soll die Moschee auf dem Gelände an der Georg-Schumann-Straße, Ecke Bleichertstraße. Nach Angaben der Ahmadiya-Gemeinde ist der genaue Baustart noch nicht bekannt. Drei Jahre hat die Gemeinde nun Zeit, um mit dem Bau zu beginnen, sonst verfällt die Genehmigung. Die geplante Moschee ist eines der ersten islamischen Gotteshäuser in Ostdeutschland außerhalb Berlins.

In Köln darf der Gebetsruf „Muezzin“ im Rahmen eines Modellprojekts nun immer freitags zwischen 12 und 15 Uhr ausgerufen werden. Damit werden die Gläubigen zum Gebet aufgerufen. Die Stadt hatte das unter Auflagen genehmigt. Laut einem Sprecher hat die Stadt Leipzig eine solche Genehmigung nicht erteilt.

Die Pläne für den Moschee-Bau wurden 2013 bekannt. Das Projekt hatte sich aber immer wieder verzögert, unterem anderem wegen Klagen gegen den Bau. Auch heftige Proteste hatte es gegeben. Zum Beispiel wurden blutige Schweineköpfe auf dem Grundstück aufgespießt.

Kritik an dem Vorhaben kommt von der AfD. Die sieht vor allem ein Problem in der Größe des Baus. Die Partei sieht darin einen tiefen Eingriff in das Stadtbild, der die Anwohner hätten zustimmen müssen. Moniert wird also, dass die Baugenehmigung ohne Bürgerbeteiligung vergeben wurde. Kritik gibt es auch für das geplante Minarett. Der Turm soll etwa 16 Meter hoch werden. Wie es von der Partei heißt, gebe es dafür in Sachsen keine kulturelle Tradition.

Die weltweit vertretene Ahmadiyya-Gemeinde gilt als integrationsbereit und friedliebend, zugleich auch wertkonservativ. Die Mitglieder bezeichnen sich als offen und reformerisch, richten sich aber streng nach den Vorschriften des Korans. In die Kritik geraten ist die Gemeinde in der Vergangenheit vor allem wegen ihrer konservativen Geschlechterrollen. (mit dpa)