Bautzener Amtsrichter verurteilt MPU-Psychologen zu Bewährungsstrafe
Ein Psychologe hat Klienten falsche MPU-Bescheinigungen ausgestellt. Dafür ist der 61-Jährige heute vom Amtsgericht Bautzen zu zehn Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Außerdem darf er seinen Beruf als Therapeut in den kommenden zwei Jahren nicht ausüben. Der Angeklagte hatte zehn Autofahrern attestiert, dass sie keinen Alkohol mehr trinken oder Drogen zu sich nehmen, obwohl es nicht an dem war. Diese Klienten vermittelte er an einen schon verurteilten Komplizen, der auf gefälschtem Papier die gefälschten Bescheinigungen erstellte.
Der Angeklagte hatte gleich zu Beginn der Verhandlung reinen Tisch gemacht. Er gestand und bereute die Taten. Seine eigene Alkoholsucht habe ihn dazu geführt. „Ich wollte durch Mundpropaganda weitere Kunden gewinnen und ihnen behilflich sein.“, so der Angeklagte. Er hatte Büros in Berlin, am Bodensee und in seiner Heimatstadt Gera.
Vor seinem Absturz hatte er sehr gut gelebt, unternahm Weltreisen, lebte zwei Monate in Neuseeland, machte die Pilotenlizenz. Nun sehe es zappenduster für ihn aus. In seinen Job als Psychotherapeut werde er nie wieder arbeiten können. Doch immerhin eine Stelle hat er in Aussicht – als ehrenamtliche Kraft in einer Suchtberatungsstelle. Allerdings laufen noch zwei andere Verfahren gegen ihn. Sollten die verhängten Strafen rechtskräftig werden, droht ihm ein Gefängnisaufenthalt. Dann müsste er bis zum Neustart pausieren.
„Er konnte sich alles leisten. Er hat die ganze Welt gesehen. Doch der Alkohol hat ihn in den Abgrund geführt“, das waren die Schlussworte von Amtsrichter Dirk Hertle.
Das heute gefällte Urteil ist noch nicht rechtskräftig.