Bildungsagentur fährt weitere Geschütze gegen Seifhennersdorfer Schulrebellen auf
Neue Konsequenzen für die sogenannten Schulrebellen von Seifhennersdorf. Die bevorstehenden Halbjahresinformationen für die betroffenen Fünftklässler werden keine Noten enthalten, außerdem wird der Vermerk "versetzungsgefährdet" beinhaltet sein. Die Bildungsagentur Bautzen erklärt das damit, dass die in Seifhennersdorf unterrichteten Schüler eigentlich einer der Mittelschulen in Oderwitz, Ebersbach und Großschönau zugewiesen sein. Weil sie dort aber nie zum Unterricht erschienen, bleiben ihre Fehltage unentschuldigt. Damit seien die Kinder versetzungsgefährdet. Die Eltern sehen das anders - ihre Kinder hätten Noten geschrieben, die bereits teilweise anerkannt wurden, vor allem von Schülern, die bereits an eine andere Mittelschule wechselten, so Enrico Hohlfeld, der Vater eines Schuljungen. Seit Schuljahresbeginn organisieren die Eltern den Unterricht für ihre Kinder selber, weil wegen geringer Schülerzahlen keine fünfte Klasse an der Mittelschule Seifhennersdorf gebildet werden durfte. Derzeit werden noch 13 Mädchen und Jungen in Eigeninitiative unterrichtet. Eltern, Schulverein und Bürgermeisterin Karin Berndt werfen dem Sächsischen Kultusministerin Kurth Wortbruch vor. Sie hatte laut Schulverein nach einer Zusage im März vergangenen Jahres in den darauffolgenden Sommerferien die Bildung einer neuen fünften Klasse untersagt, weil die Zahl der Bewerber unter 40 gesunken war. Seifhennersdorf zog vor Gericht. Die Sadt beklagt, in die Schulnetzplanung nicht genügend einbezogen worden zu sein. Der Freistaat Sachsen hält dagegen, die Stadt sei nicht klageberechtigt. Für Ende Februar hat das Verwaltungsgericht Dresden eine Entscheidung zum Seifhennersdorfer Schulstreit angekündigt. Die Eltern wollen ein Moratorium für die Mittelschule erwirken.