++ EIL ++

Blinde Kinder werden in Leipzig zu Künstlern

Zuletzt aktualisiert:

„Tiere, die noch keiner gehört hat“: Was wie der Titel der neuesten Streaming-Sensation klingt, ist in Wirklichkeit der Name einer ungewöhnlichen Kunstausstellung. Ab sofort stellen sehende, sehbeeinträchtigte und blinde Schüler der Wladimir-Filatow-Schule und des Evangelischen Schulzentrums gemeinsam ihre Werke im Leipziger Museum der Bildenden Künste aus.

Von der Idee zur eigenen Ausstellung 

Zwölf Kinder haben sich dafür zusammengetan und sich Gedanken darüber gemacht, wie sie ihre Fantasietiere von einer bloßen Idee in ein fertiges Konzept verwandeln können – als Skulpturen aus allen möglichen Materialien, in allen denkbaren (und undenkbaren) Formen und Farben.

Bei insgesamt sechs Workshop-Terminen – zunächst in ihren Schulen, später im Museum – haben die Kinder gemeinsam ihre Tierplastiken gestaltet. „Wir haben uns zuerst bei Kennenlernspielen besser kennengelernt, bevor wir angefangen haben zu basteln“, erzählt Amelie, eine der Teilnehmerinnen.

Das Ziel des Projekts: Kunstwerke zu erschaffen, die man nicht nur sehen, sondern auch fühlen und hören kann. Die Ausstellung ist eine Kooperation zwischen der Diakonie Sachsen und dem MdbK. Sie steht unter dem Titel „ZusammenKunst“.

Auf die Frage, ob sie aufgeregt sei vor ihrer ersten großen Ausstellung, kann Zazou, eine weitere Teilnehmerin, nur müde lächeln: „Ich bin eigentlich nicht so aufgeregt, aber es macht mir Spaß, den anderen Menschen zu erzählen, was mein Tier alles kann und was es isst.“ Davon kann man sich als Erwachsener ruhig mal eine Scheibe abschneiden!

Wer also schon immer wissen wollte, wie ein Tioo klingt oder wie sich ein Ulna Meli anfühlt, hat noch bis zum 15. Juni die Gelegenheit dazu.

Audio:

Radio-Reporter Ramy Gawisch im Museum mit den Kindern: