• Sachsens Sozialministerin Barbara Klepsch, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Krankenschwester Sarah Bergert schauen in der Paracelsus-Klinik Zwickau auf ein Handy, auf dem eine Klinik-App gezeigt wird. Foto: Sebastian Willnow/dpa

    Sachsens Sozialministerin Barbara Klepsch, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Krankenschwester Sarah Bergert schauen in der Paracelsus-Klinik Zwickau auf ein Handy, auf dem eine Klinik-App gezeigt wird. Foto: Sebastian Willnow/dpa

     

  • Spahn in Diskussion mit Klinikleitung, Ärzten und Pflegern. © Claudia Drescher

    Spahn in Diskussion mit Klinikleitung, Ärzten und Pflegern. © Claudia Drescher

Bundesgesundheitsminister zu Besuch in Zwickau: Pflege im Fokus

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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich in der Zwickauer Paracelsus-Klinik über die Situation in der Pflege informiert. Neben dem Gewinnen ausländischer Fachkräfte stehe die Ausbildung junger Menschen ganz oben auf der Agenda, sagte der Politiker am Dienstag im Gespräch mit Klinikleitung, Ärzten und Pflegepersonal der Paracelsus-Klinik. Der Pflegeberuf müsse attraktiver werden - unter anderem mit Blick auf Arbeitszeiten und Planbarkeit. «Sie als Pflegekräfte müssen aber auch selbst mithelfen und wieder Lust auf Pflege machen», lautete der Appell des Ministers an die Klinikmitarbeiter.

Zudem könnten digitale Lösungen dazu beitragen, das Pflegepersonal zu entlasten. So arbeitet die Zwickauer Klinik seit Anfang des Monats mit einer App, mit deren Hilfe Patientendaten direkt am Bett eingesehen werden können. «So sehen wir die gesamte Pflegedokumentation auf einen Blick. Das ist eine Erleichterung und geht schneller als mit der Papierakte», sagte Krankenschwester Sarah Bergert im Gespräch mit dem Minister. Pro Schicht und Pflegekraft ließen sich somit rund 30 Minuten einsparen, wobei die Dokumentation derzeit knapp 30 Prozent der Arbeitszeit in Anspruch nehme. Gerade in Sachen Digitalisierung drücke man inzwischen aufs Tempo, erklärte Spahn.

Fehlende Zeit für die Patienten, schlechte Planbarkeit von Diensten oder das Lohngefälle zwischen Ost und West waren weitere Punkte, die von den Pflegekräften angesprochen wurden. Gleichzeitig sei die Konkurrenz zwischen den 78 Krankenhäusern in Sachsen inzwischen so groß, dass das Abwerben von Pflegekräften inzwischen ein großes Thema sei. 

Gemeinsam mit Sachsens Sozialministerin Barbara Klepsch (CDU) informierte sich Spahn zudem über eine neue Methode zur Behandlung von Hirntumoren. Die Zwickauer Klinik wird nach Unternehmensangaben europaweit die vierte Einrichtung sein, die diese neue Therapie auf Grundlage der Nanotechnologie einsetzen wird. In Sachsen gibt es fünf Standorte des Klinikverbunds, bundesweit sind es 34 Einrichtungen mit insgesamt rund 4500 Mitarbeitern. (dpa)

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Jens Spahn