Bus-Streit im Vogtland - Trotz Kostenexplosion soll Verkehr rollen

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Der wegen steigender Energiekosten und hohen Krankenstandes gefährdete Busverkehr im Vogtland soll trotzdem weiter rollen. Das Ultimatum der zwei privaten Busunternehmen, ab 8. Oktober den Verkehr einzustellen, sei vom Tisch, informierte Landrat Thomas Hennig (CDU) am Mittwoch in Auerbach. «Der Transport muss erhalten bleiben. Alles andere wäre für Bürger und vor allem für Schüler unhaltbar», ergänzte Hennig, der auch Verbandsvorsitzender des Zweckverbandes Personennahverkehr Vogtland (ZVV) ist.

Die Bietergemeinschaft Bus, bestehend aus der Plauener Omnibusbetrieb GmbH und der Verkehrsgesellschaft Vogtland mbH, hatte vor einigen Tagen über die drohende Einstellung des Busverkehrs informiert - und eine Vertragsänderung mit dem Zweckverband gefordert. Aktuell liege der Krankenstand bei 25 Prozent, sagte Geschäftsführer Thomas Schwui. Die hohen Kraftstoffpreise hätten allein zwischen März und August zu Mehrkosten in Höhe von rund 625 000 Euro geführt. Es ginge darum, eine Insolvenz von den 220 Mitarbeitern mit ihren 155 Fahrzeugen abzuwenden.

Während der Corona-Pandemie hätten die Mitarbeiter eine enorme Leistung erbracht, um den Busverkehr im Vogtland aufrechtzuerhalten, so Schwui: «Inzwischen steigen die Krankenstände permanent an, das zeigt, dass viele am Ende ihrer Kräfte sind.» An dem Ultimatum festhalten wolle der Geschäftsführer aber nicht mehr.

Kurzfristige Kürzungen könnte es nun im Linienverkehr geben, um den Schülertransport vollständig zu gewährleisten, ergänzte ZVV-Geschäftsführer Michael Barth. Mehr als 10 000 Kinder werden täglich mit den Bussen transportiert. Hennig zufolge müsse ein langfristig tragfähiges Konzept erarbeitet werden. «Auch eine Rekommunalisierung ist im Gespräch und ich möchte sie nicht ausschließen.» (dpa)