Stadtratsbeschluss: Ex-Bowlingtreff wird trotz Protest zu Museum umgebaut
Der riesige, frühere Bowlingtreff unter dem Wilhelm-Leuschner-Platz wird umgebaut. Das hat der Leipziger Stadtrat am Donnerstagabend mit relativ klarer Mehrheit nun endgültig beschlossen. Die Kosten dafür liegen bei aktuell knapp 100 Millionen Euro. Der Freistaat Sachsen will das Projekt mit 74 Millionen Euro fördern, wie zuletzt im Juni auch Ministerpräsident Michael Kretschmer noch mal vor Ort bekräftigte.
Vor allem CDU und BSW hatten das Mammut-Projekt in der Stadtratssitzung trotzdem noch verhindern wollen - unter anderem wegen der aktuellen wirtschaftlichen Risiken für die Stadt Leipzig. Viele Räte fürchten, dass die Kosten für das Bauvorhaben explodieren und zu hoch für die klammer werdende Stadtkasse wären. Dazu würden nach Fertigstellung allein 3,6 Mio. Euro pro Jahr an Betriebskosten fällig, insgesamt sogar mehr als das Doppelte für den Unterhalt. Man habe Verantwortung für den ganzen Leipziger Stadtrat, so CDU-Fraktionschef Michael Weickert.
Letztlich entschieden sich aber doch die Mehrheit der Räte für das Großprojekt - auch mit den Stimmen vieler AfD-Räte. Man hoffe nach der geplanten Eröffnung auf 200.000 Besucher im neuen Naturkundemuseum. Das sei auch touristisch überregional für Leipzig von großer Bedeutung. Und natürlich, um endlich den zentral gelegenen Leuschner Platz zu beleben.