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Auch wenn´s in der Liga nicht läuft: Chemie Leipzig schreibt Geschichte

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Geschichte wird von den Siegern geschrieben – das gilt ganz besonders im Fußball, wo man sich an Pokalen, Meisterschaften und Torrekorden misst. Doch Geschichte ist mehr als nur Zahlen und Titel. Sie ist auch eine Möglichkeit, ein Narrativ zu erzählen. Wenn es einen Verein in Leipzig gibt, der für Tradition und
gesellschaftlichen Wandel steht – oder vielmehr von eben diesem Wandel geformt wurde –, dann ist es die BSG Chemie Leipzig. Getreu dem Motto „Umbrüche, Zusammenbrüche und Aufbrüche“ können Interessierte ab Mittwoch im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig die neue Ausstellung des Vereins „Wir sind Leutzscher“ besuchen. Sie ist in Zusammenarbeit mit dem Museum entstanden.

„Es ist eine Geschichte von Leidenschaft“

Von den Anfängen des Fußballs in den 1890er-Jahren über die Arbeiterkultur der 1920er, den Widerstand in der NS-Zeit bis hin zur Wiedergeburt durch Fan-Hand in den 2000ern: Diese Ausstellung zeigt nicht nur die Entwicklung eines Fußballvereins, sondern auch dessen tiefe Verwurzelung in Leutzsch und in der Leipziger Stadtgeschichte. Unter dem Titel „Wir sind Leutzscher“ wird die vielseitige Vergangenheit des Traditionsvereins gelebt und gefeiert. Dabei, so Museumsdirektor Anselm Hartinger, sei die Ausstellung nicht nur für eingefleischte „Chemiker“ ein Muss: „Es ist im Grunde genommen eine Geschichte von Leidenschaft – und eine Geschichte davon, wie Menschen sich auch unter schwierigen Verhältnissen nicht unterkriegen lassen.“

Neben zahlreichen Trophäen und Erinnerungsstücken bietet die Ausstellung auch Einblicke in bislang unveröffentlichtes Bild- und Videomaterial aus privaten Sammlungen von Chemie-Fans. Die Ausstellung ist vom 30. April bis zum 7. September im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig zu sehen (Haus
Böttchergäßchen 3). Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, jeweils von 10 bis 18 Uhr.

Audio:

Dr. Anselm Hartinger, Direktor des Stadtgeschichtlichen Museums in Leipzig, über die neue Ausstellung: