• Chemie-Stürmer Kai Druschky (M) kommt vor Paderborns Sebastian Schonlau (l) und Mohamed Dräger (r) an den Ball. Foto (C): Hendrik Schmidt/dpa

Chemie Leipzig scheitert im Pokal unter Flutlicht

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Autor: dpa

Chemie Leipzig hat eine erneute Sensation im DFB-Pokal verpasst und ist in der zweiten Runde ausgeschieden. Der Fußball-Oberligist musste sich dem Zweitligisten SC Paderborn mit 0:3 (0:2) geschlagen geben und verpasste das Achtelfinale. Nachdem die Mannschaft von Trainer Dietmar Demuth bei ihrer Pokal-Premiere sensationell in der ersten Runde noch den Zweitliga-Club Jahn Regensburg ausgeschaltet hatte, gab es diesmal nichts zu holen. Vor 4999 Zuschauern im ausverkauften Alfred-Kunze-Sportpark sorgten Babacar Gueye (18. Minute/60.) und Uwe Hünemeier (28.) für den verdienten Sieg des Favoriten. Die Leipziger waren chancenlos, zumal sie ab der 55. Minute nach einer Roten Karte gegen Philipp Wendt (grobes Foul) in Unterzahl spielen mussten.

Der Underdog aus der fünften Liga musste für das zweite DFB-Pokalspiel in der Clubgeschichte für fast 120 000 Euro eine mobile Flutlicht-Anlage aus dem englischen Bolton, einer Partnerstadt von Paderborn, organisieren. «Wir hätten das gerne in die Infrastruktur investiert, das war ein richtig schönes Sümmchen für drei Stunden Spaß», sagte Dietmar Demuth. Zuvor hatte der Verein vergeblich beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) um eine Spielverlegung bei Tageslicht gebeten. «Der DFB macht es den kleinen Vereinen gern schwer», erklärte Demuth.

Die Leutzscher hatten im ersten Flutlichtspiel in der Geschichte des fast 100 Jahre alten Kunze-Sportparks die erste Chance durch Kai Druschky. Der 25-Jährige, der den 2:1-Siegtreffer gegen Regensburg markierte, verzog nur zehn Sekunden nach dem Anpfiff aber knapp. Das war auch alles, was offensiv von den Gastgebern zu sehen war. Der Klassenunterschied wurde dieses Mal schnell deutlich.

In der Abwehr agierte der ungeschlagene Oberliga-Tabellenführer zunächst diszipliniert und stand eng. Paderborn hatte einige Mühe, Räume zu finden. Aber nach einer Ecke war eine Faustabwehr von Leipzigs Keeper Julien Latendresse-Levesque nicht gut genug, Sebastian Schonlaus Kopfball prallte vom Aluminium zu Gueye, der abstaubte. Auch das 2:0 fiel nach einer Standardsituation: nach einer Ecke kam Hünemeier völlig freistehend zum Kopfball.

Ab da hatte der seit vier Pflichtspielen ungeschlagene Zweitliga-Aufsteiger das Spiel unter Kontrolle und ließ den Ball laufen. Die größte Aufregung gab es in der 42. Minute, als es nach einem Foul von Sachsen-Spieler Andy Wendschuch an Christopher Antwi-Adjej zu einer Rangelei und drei Gelben Karten kam.

Nach der Pause drängte Paderborn sofort auf das 3:0 und setzte die BSG Chemie unter Druck. Die Überzahl nach dem berechtigten Platzverweis gegen Wendt, nach dem es erneut zu einer Rangelei kam, nutzten die Gäste schnell aus. Gueye sorgte mit seinem zweiten Tor endgültig für die Entscheidung.