Chemnitz erinnert an Zerstörung der Stadt im 2. Weltkrieg
Chemnitz gedenkt heute der Zerstörung der Stadt vor 68 Jahren. Am 5. März 1945 war fast die gesamte Innenstadt durch englische und amerikanische Bombenangriffe zerstört worden. Mehr als 2.500 Menschen kamen dabei ums Leben. Damit zahlte Chemnitz wie andere deutsche Städte einen hohen Preis für den von den Nazis angezettelten Zweiten Weltkrieg. Weil auch in diesem Jahr wieder Rechtsextreme den Gedenktag für ihre Zwecke missbrauchen wollen, hat ein breites Bündnis zum friedlichen Protest aufgerufen. So startet zum Beispiel 17 Uhr eine Demo am Hauptbahnhof. Zentrale Aktion ist eine Friedenskundgebung, die um 18 Uhr auf dem Neumarkt beginnt. Zuvor sind die Chemnitzer aufgerufen, sich an den sogenannten Friedenswegen zu beteiligen - sie starten um 17 Uhr an insgesamt sechs Kirchen und führen direkt zum Rathaus. Als besonderes Zeichen der Erinnerung wird zudem auf dem Neumarkt wieder das begehbare Friedenskreuz aufgestellt. Die Wände können die Chemnitzer mit ihren ganz persönlichen Friedenswünschen beschriften. Am Abend gibt es einen Gedenkgottesdienst in der Jakobikirche, anschließend läuen alle Kirchenglocken der Stadt gemeinsam. Am 5. März 1945 hatten alliierte Bomberverbände fast die gesamte Innenstadt in Schutt und Asche gelegt. Die Hauptangriffswelle wurde von 683 Flugzeugen der Typen Lancaster und Halifax geflogen; zwischen 21.37 und 22.08 Uhr warfen sie zielgenau zunächst 413 Luftminen mit rund 800 Tonnen ab und dann 859 Tonnen Brandbomben und schließlich 1.112 Tonnen Sprengbomben. Die Chemnitzer Innenstadt ging in einem Flammeninferno unter. Die Polizei ist heute mit einem Großaufgebot im Einsatz, will sich aber zurückhalten. Um Konflikte zu vermeiden, sind auch wieder sogenannte Deeskalationsbeamte im Einsatz. Wegen der Demonstrationen müssen Teile der Innenstadt am Nachmittag gesperrt werden - Autofahrer sollten die City meiden.