Damit wollen die Görlitzer Turbinenwerker neue Märkte in der Welt erobern
Siemens Energy Görlitz will mit einer Luftdruckturbine neue Kunden gewinnen. In der Anlage wird Luft mit Hilfe überschüssiger Energie verdichtet und in Tanks, Kavernen oder Rohrleitungen gespeichert. Bei Bedarf wird die Luft dann in der Turbine entspannt, die dann einen Generator antreibt, der Strom erzeugt. Damit könnten größere Mengen Energie über längere Zeit gespeichert werden, sagte uns Standortleiter Sven Werner. Und er nennt einen weiteren Vorteil: Benötigt werden keine teuren Rohstoffe wie seltene Erden. Zum Einsatz kommen herkömmliche Kraftwerkskomponenten.
Kunden aus den Niederlanden, den USA und auch Deutschland seien an dieser Druckluftspeicheranlage interessiert, so Werner. Er geht davon aus, dass die Görlitzer im nächsten Jahr das erste Luftdruckturbinen-Projekt gemeinsam mit einem Kunden auf den Weg bringen.
Von der Politik wünscht sich der Görlitzer Standortleiter, das sie für diese Speichertechnologie die Weichen stellt, Rahmenbedingungen schafft. Das Thema sei in den meisten Ländern noch nicht geregelt. „Es geht um die Frage, unter welchen Rahmenbedingungen können diese Speicheranlagen wirtschaftlich betrieben werden, um Netzstabilität und Versorgungssicherheit zu garantieren.“
Siemens Energy Görlitz mit seinen derzeit rund 750 Beschäftigten ist weiterhin im klassischen Industriedampfturbinen-Geschäft unterwegs. Im vergangenen Geschäftsjahr wurden 31 Turbinen gebaut und zehn Rotoren. Die Auftragsbücher seien gut gefüllt, so Werner. „Wir sind wieder stark aktiv und dabei, Zukunftsmärkte zu erobern.“
In Görlitz wird auch der eigene Nachwuchs ausgebildet - außerdem für die Siemens-Energy-Standorte Dresden, Leipzig und Erfurt. Insgesamt 100 junge Leute machen eine Lehre. Wer mit Erfolg abschließt, bekommt einen unbefristeten Übernahmevertrag angeboten.