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Total kackefrei: Darum meiden Tauben das Bach-Denkmal in Leipzig

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Kaum ein Vogel kackt aufs Johann-Sebastian-Bach-Denkmal. Doch warum ist das so?

Bei der Churchill-Statue in London ist es ähnlich. Keine Hinterlassenschaften darauf, kaum eine Taube lässt sich hier nieder. Keiner weiß, warum das so ist. Legenden ranken sich darum. Den Touristen wird erzählt, dass die Statue ständig unter schwachem Strom steht und sie deshalb von Vögeln gemieden wird.

Ähnliche Gerüchte gibt es auch in Leipzig. Was ist da dran? Wir haben mal nachgefragt. Zuerst bei der Thomaskirche. „Das mit dem Strom stimmt natürlich nicht“, versichert Verwaltungsleiter David Phillippi hoch und heilig. Sie sei aber tatsächlich sehr sauber, habe er beobachtet. „Ich vermute, die Tauben sitzen viel lieber in Sicherheit unter dem viel höheren Kirchendach daneben.“

Das glaubt auch Bert Noack von der gleichnamigen Bronzebildgießerei in Leipzig. „Mein Urgroßvater hat die Skulptur um 1900 gegossen“, sagt er. Und weiß: „Der Mendebrunnen einige 100 Meter weiter auf dem Augustusplatz quillt dagegen vor Taubenkacke über.“ Dort sei es aber so, dass es auf allen hohen Gebäuden daneben Taubenabwehrstacheln gebe. „Die gibt's an der Thomaskirche nicht.“

Noack sei auch für die Reinigung der berühmten Skulptur zuständig. „Sie ist allerdings so sauber, dass ich sie nur alle paar Jahre säubern muss.“ Dafür rücke er dann mit einer Hebebühne und Heißdampf bewaffnet an. „Zum Abschluss koserviere ich sie noch mit Schutzwachs.“ Die Stadt Leipzig bestätigt das auf Nachfrage: Das Denkmal werde „turnusmäßig je nach Bedarf etwa alle fünf Jahre gereinigt.“ Zuletzt vor etwa fünf Jahren. Ein neuer Termin sei bisher auch noch nicht gemacht worden: „Das Denkmal befindet sich glücklicherweise in einem sehr guten Zustand.“