Das sind die Entwürfe für die neue Carolabrücke
Nach dem Einsturz im September 2024 will Dresden eine neue Carolabrücke bauen. Am Dienstag haben die vier beauftragten Planungsbüros ihre Entwürfe im Rathaus vorgestellt. Damit gehen die Vorbereitungen für den Ersatzneubau in die nächste Phase.
Zu jedem Entwurf wurden drei Visualisierungen eingereicht. Sie zeigen unterschiedliche Perspektiven und Gestaltungsansätze. Bereits diese ersten Ansichten machen deutlich, wie unterschiedlich die Konzepte für die neue Carolabrücke ausfallen.
Nächste Woche Freitag beschäftigt sich ein Expertengremium mit den Plänen, danach werden die Modelle ab 13. Juni bei einer Ausstellung im Stadtforum gezeigt. Zu sehen sind Visualisierungen und Modelle der vier Entwürfe der Brücke. Die Ausstellung ist bis einschließlich 17. Juli 2026 immer von Montag bis Freitag von 8 Uhr bis 18 Uhr zu sehen.
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FHECOR Deutschland GmbH und TSSB Planungsgesellschaft
„Das Besondere an unserem Entwurf der Carolabrücke 3.0 ist die Neuinterpretation der charakteristischen Bögen der historischen Carolabrücke 1.0 in Verbindung mit der konstruktiven Leichtigkeit und Klarheit der Carolabrücke 2.0. Aus diesen Qualitäten entsteht eine zeitgemäße, leichte und zugleich klassische Brücke für Dresden, die traditionelle Brückenbaukunst mit moderner Ingenieurskunst verbindet. Die Bögen verleihen der Brücke ihre besondere Eleganz und fügen sie selbstverständlich in die Familie der Dresdner Elbbrücken ein.
Gleichzeitig prägen sie die Wahrnehmung der Brücke im Dresdner Elbtal und stärken ihre stadträumliche Identität. Die besondere Transparenz der Konstruktion ermöglicht freie Blickbeziehungen auf die Dresdner Altstadt sowie entlang der Elbe. Auch unterhalb der Brücke bleiben die Sichtbeziehungen zwischen den Uferseiten offen und durchlässig. Die Carolabrücke 3.0 ist eine Brücke, die aus dem Ort heraus entwickelt wurde und sich selbstverständlich in die Dresdner Stadtsilhouette einfügt.“
Ingenieurbüro GRASSL GmbH
„Die neue Carolabrücke versteht sich als zeitgenössischer Beitrag zur Dresdner Brückenfamilie: zurückhaltend in der Silhouette, präzise gegliedert und sensibel im Dialog mit Altstadt und Elbraum. Leitmotiv ist die Bogenbrücke als stadtbildprägende Grundfigur, die den Blick auf die Stadtsilhouette freihält und die Querung klar rhythmisiert. Zugleich greift der Entwurf die erste Carolabrücke konstruktiv und gestalterisch auf, indem ihre sechs längsorientierten Bogenebenen in eine innovative semi-integrale Konstruktion übersetzt werden.
Die gewünschte Leichtigkeit entsteht heute durch konsequente Transparenz: Offene “Brückenaugen„ über den Pfeilern lassen Stadtraum und Landschaft hindurchscheinen und machen das Bauwerk als luftige, permeable Struktur erfahrbar. Stadtbalkone ergänzen das Tragwerk als bewusst gesetzte Aufenthaltsorte. Aus der Pfeilerarchitektur entwickelt, schaffen sie prägnante Verweilplätze mit Ausblicken auf Altstadt, Neustadt und Elbe und verwandeln die Brücke in einen öffentlichen Stadtraum.“
Schüßler-Plan Ingenieurgesellschaft mbH und DKFS
„Die neue Carolabrücke ist ein eleganter, zentraler städtebaulicher Baustein im Elbtal vor den Brühlschen Terrassen und Teil der charakteristischen Dresdner Brückenfamilie. Wie die klassischen Dresdner Brücken formt sie Flutbrücken und eine Strombrücke aus. Als integraler Bestandteil des öffentlichen Raums versteht sie sich nicht nur als Infrastruktur, sondern als neues Stück Stadt. Mit der Carola-Promenade und dem Elbbalkon entstehen öffentliche Räume mit eindrucksvollen Perspektiven auf die Dresdner Altstadt und den Landschaftsraum der Elbe.
Die elegante Silhouette entwickelt sich aus dem Kraftverlauf des Tragwerks und ergänzt die historischen Sichtachsen subtil und zurückhaltend. Durch ihre geringe Höhenentwicklung bewahrt sie die charakteristischen Blickbeziehungen der Stadtsilhouette.
Als hybrides Bauwerk aus Spannbeton und Stahl verbindet die neue Carolabrücke – wie ihre Vorgängerbauten – Baukunst, Materialeffizienz und konstruktive Präzision. Flache Bögen, massive Flutbrücken und markante Pfeilerscheiben interpretieren historische Prinzipien zeitgemäß und ergänzen das Dresdner Panorama mit ruhiger Eleganz.“
Leonhardt, Andrä und Partner Beratende Ingenieure VBI AG und Knight Architects
„Das Besondere an unserem Entwurf ist die Symbiose aus der Formensprache der historischen Königin-Carolabrücke mit ihren schlanken Bögen und der großen Transparenz der Carolabrücke 2.0. Die Silhouette der Altstadt wird durch die weiterhin niedrige Lage der neuen Carolabrücke vollständig respektiert, bisherige Blickbeziehungen bleiben erhalten oder werden sogar verbessert. Gleichzeitig ist es unter den anspruchsvollen Randbedingungen aus der Elbschifffahrt sowie den notwendigen Verkehrsbeziehungen gelungen, optisch die neue Carolabrücke in die Dresdner Familie der Bogenbrücken zurückzuholen.
Das gestalterische Leitmotiv einer bogenförmigen Brücke wurde darüber hinaus erweitert um die Funktionalität einer ausgezeichneten Aufenthaltsqualität auf der Brücke in Form eines dem historischen Stadtkern zugewandten Promenadenweges, welcher zum Flanieren einlädt und erstmals direkt den Altstädter und Neustädter Elbraum miteinander verbindet.“












