- Wenn man es nicht weiß, ist er kaum sichtbar - der Knick in der Fassade.
Der „Knick“ im Alten Rathaus Leipzig
Wer das Alte Rathaus am Leipziger Markt genauer betrachtet, entdeckt einen leichten Knick in der Fassade. Was auf den ersten Blick wie ein Baufehler wirkt, ist in Wahrheit ein historisches Detail.
Das Gebäude entstand aus einem bestehenden romanischen Gebäude, das nach und nach erweitert wurde – teils auf den Fundamenten benachbarter Häuser. Dadurch entstand unter anderem der bis heute sichtbare leichte „Knick“ in der Fassade. Denn das Rathaus musste sich mit der entwickelnden Messestadt Leipzig Stück für Stück mit erweitern.
Seine prägendste Bauphase erhielt das Rathaus jedoch Mitte des 16. Jahrhunderts: Der damalige Bürgermeister und Großkaufmann Hieronymus Lotter ließ das Gebäude 1556/57 in nur wenigen Monaten umfassend umbauen. In dieser rekordverdächtigen Bauzeit bekam das Rathaus weitgehend sein heutiges Gesicht im Stil der Sächsischen Renaissance.
Der Knick ist damit kein Makel, sondern ein Zeugnis der Stadtgeschichte – und zeigt, wie organisch Leipzig über Jahrhunderte gewachsen ist.
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