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„Der Stadtrat ist für Toiletten. Einstimmig. Hier, das ist doch mal was für die Zeitung!“

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Mit diesen Worten hat Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (66, SPD) am Mittwochabend das  Abstimmungsverhalten des Stadtrates kommentiert - zu dem von seiner Verwaltung vorgeschlagenen Toilettenkonzept. Der Rat hatte zuvor einstimmig dafür votiert. Jung wirkte sichtlich erleichtert. Vorher waren einige Abstimmungen nicht ganz so gut für die Stadt gelaufen.

Das Konzept sieht vor, bis Ende nächsten Jahres 16 neue öffentliche Sanitäranlagen zu erwerben und an 12 Standorten in Leipzig aufzustellen. Außerdem sollen „bis zu 20 Kooperationsvereinbarungen nach dem Prinzip ´Nette Toilette´ als Zusatzangebote abgeschlossen werden“. Das ist auch dringend nötig angesichts anhaltender Probleme in jüngster Zeit.

Einige weitere Beschlüsse vom Mittwochabend

  • Auf die Strafverfolgung von Schwarzfahrern in Leipzigs Bussen und Bahnen sollen die Verkehrsbetriebe künftig verzichten, also keine Anzeige mehr bei der Polizei erstatten. Bisher wurde dies gemacht, wenn jemand drei Mal innerhalb kurzer Zeit ohne Ticket erwischt wurde. Hier geht´s zu einem Beitrag von uns dazu. 
  • Es soll geprüft werden, ob es sich lohnt nach dem Vorbild von Hamburg auch in Leipzig Fahrradboxen aufzustellen. 
  • Das 2016 geschlossene Wackerbad in Gohlis soll wegen zu hoher Kosten (geschätzt 5 Mio. Euro) nicht saniert, stattdessen ein „multifunktionaler Stadtteilpark“ enstehen. Sprich eine Grünfläche mit Freizeit- bzw. Spielmöglichkeiten für alle Altersklassen. Im früheren 50-Meter-Becken etwa könnte eine Skater-Anlage entstehen. Konkrete Vorschläge dazu solle es im Herbst geben, hieß es.
  •  Für eine große neue Ausweichschule sollen an der Katzmannstraße in Mockau rund 250 Garagen abgerissen werden. Der Ausweichbau sei nötig, damit dort über einen längeren Zeitraum Kinder untergebracht werden könnten, währenddessen ihre maroden Schulen saniert werden. Das sei auch ein Hauptziel der Stadt in den nächsten Jahren, erklärten Vertreter der Verwaltung. Einen anderen Standort dafür gebe es nicht, das habe man lange geprüft. Darum drehte sich dann auch eine lange Debatte, weil viele Stadträte der Verwaltung das Gegenteil vorwarfen. Letztlich stimmten sie dem Garagenabriss mehrheitlich zu. Viele sichtlich zähneknirschend. Eine Stadträtin bezeichnete den Beschlussvorschlag als „Erpressung“. 
  • Außerdem beschlossen wurde die Fortschreibung der Schul- sowie Kitabau-Strategie.