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Der unvollendete Wasserweg: Warum Leipzig noch nicht am Meer liegt

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Von der Elster bis zur Alster, das war die Idee vom Industriellen Karl Heine hier in Leipzig. 

Er wollte Leipzig an die Weltmeere und damit auch ans internationale Wasserstraßennetz anbinden. Der Plan steht bis heute.

Wer war Karl Heine?

 

Karl Heine war ein deutscher Unternehmer und Ingenieur. Er wurde 1800 in Leipzig geboren und starb 1878. Sein Traum war es, vor allem die Fabriken im Westen auch auf dem Wasserweg zu erreichen. Deshalb ließ er den heutigen Karl-Heine-Kanal bauen. Der Kanal diente schon damals als Verbindung zwischen Leipzig und der Weißen Elster.

So war der Plan, die Elster an die Saale anzuschließen. Das hat zu Lebzeiten Karl Heines nicht geklappt und der Plan ging bis heute nicht auf. Ein großer Schritt in diese Richtung war allerdings der Ausbau des Lindenauer Hafens, der seit 2015 befahrbar ist. 

Auf dem Papier fehlen nun nur noch wenige Kilometer bis zur Saale. Aber die Strecke ist nicht alles, wie uns Frank Fechner vom Verein Wasser Stadt Leipzig erklärte. Es sind vor allem die Bauwerke, die fehlen. So zum Beispiel Brücken und auch ein Hebewerk. Zudem würde das letzte Teilstück durch mehrere Bundesländer laufen, das mache die Absprachen und Zuständigkeiten nicht gerade einfacher, so heißt es weiter.

Die Vision lebt weiter

 

Der Verein Wasser Stadt Leipzig hält an Karl Heines Vision fest und kämpft für eine Anbindung an das internationale Wasserstraßennetz für Leipzig. Das würde sich vor allem auf die Zahl der Wasser-Touristen auswirken, so heißt es vom Verein. Denn auf dem Wasserweg hat Leipzig einiges zu bieten, macht Frank Fechner im Interview mit Radio Leipzig klar. Denn die Touristen könnten über die Flüsse und Kanäle nach Leipzig kommen und beispielsweise das Leipziger Neuseenland entdecken, Wassertaxis nutzen und so Leipzig anders kennenlernen und erreichen. Denn Besucher, die über die Wasserwege kommen, bleiben meist länger als nur eine Übernachtung, so Fechner weiter. 

Audio:

Radio-Leipzig-Reporterin Marlene Hilger mit Frank Fechner vom Verein "Wasser-Stadt-Leipzig":