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Deutlich mehr Flüchtlingskinder an Sachsens Schulen

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Dresden (dpa/sn) - Schulen in Leipzig und Dresden sind bei der Unter­brin­gung von Flücht­lings­kin­dern nah am Limit. In den Ballungs­zen­tren sei man „perso­nell und räumlich“ an der Kapazi­täts­grenze, erklärte ein Sprecher des Kultus­mi­nis­te­riums. In den Großstädten gebe es ohnehin eine steigende Zahl von Schülern - Schulen müssen saniert oder neu gebaut, mehr Lehrer einge­stellt werden. Die Aufnahme von Flücht­lings­kin­dern verschärfe die Situa­tion. „Noch geht es, aber die Frage ist, wie lange noch“, so der Sprecher. Zum Ende des ersten Schul­halb­jahres ist die Zahl der Flücht­lings­kinder an den Schulen deutlich gestiegen. Inzwi­schen gebe es rund 6.100 Jungen und Mädchen, die in mehr als 400 sogenannten Vorbe­rei­tungs­klassen lernen. Die Zahl der Flücht­lings­kinder in den „Willkom­men­klassen“ ist damit im Vergleich zum Vorjahr um etwa 70 Prozent gestiegen. Die meisten Klassen für Schüler mit Deutsch als Zweit­sprache (DaZ) gibt es nach Angaben des Minis­te­riums an Grund­schulen (170). An Oberschulen werden Kinder und Jugend­liche in 136 DaZ-Klassen unter­richtet, an berufs­bil­denden Schulen in 96. An Gymna­sien gibt es derzeit erst eine Vorbe­rei­tungs­klasse in Leipzig - weitere sollen in den nächsten Wochen folgen.  Rund 400 DaZ-Lehrer sorgen dafür, dass die Kinder zunächst Deutsch lernen und dann schritt­weise in den regulären Unter­richt integriert werden. „Wir stellen uns auf weiter wachsende Zahlen an Flücht­lings­kin­dern ein“, hieß es. Auch mehr unbeglei­tete minder­jäh­rige Flücht­linge werden in den nächsten Wochen kommen: Bis zum 25. Januar hat Sachsen bereits 2.186 junge Flücht­linge in Obhut genommen. Das Soll für den Freistaat liegt bei 3.451. Ende 2015 besuchten insge­samt mehr als 28.000 Schüler mit auslän­di­schen Wurzeln die allge­mein- oder berufs­bil­dende Schulen im Freistaat. Sie stammen aus mehr als 141 Ländern.