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Deutschland startet mit 2:0 gegen Ukraine

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Lille (dpa) - Die deutsche Fußball-Natio­nal­mann­schaft ist mit einem 2:0 (1:0)-Sieg gegen die Ukraine in die EM in Frank­reich gestartet. Die Treffer vor 43 035 Zuschauern im Stade Pierre Mauroy erzielten ausge­rechnet Shkodran Mustafi (19. Minute) und Bastian Schwein­steiger (90.+2).Mustafi, der Vertei­diger des FC Valencia, war erst durch die Verlet­zungen von Mats Hummels (Muskel­fa­ser­riss) und Antonio Rüdiger (Kreuz­band­riss) in die erste Elf gerückt und erzielte in seinem elften Länder­spiel das erste Tor. Schwein­steiger wurde kurz vor Schluss einge­wech­selt und machte alles klar. Damit gewann die deutsche Mannschaft auch ihr fünftes Auftakt­spiel bei einem großen Turnier unter Löw, was stets ein gutes Omen war und mindes­tens ins Halbfi­nale führte.„Die Erwar­tungen sind hoch, aber damit können wir gut umgehen. Wir sind gut vorbe­reitet“, hatte Löw vor dem Duell mit dem EM-Gastgeber von 2012 angekün­digt. Das traf aber nur bedingt zu, insbe­son­dere in der Defen­sive leistete sich der mit zehn Helden von Rio angetre­tene Mitfa­vorit viele Wackler, mitunter verlor die Hinter­mann­schaft um Abwehr­chef Jérôme Boateng vor allem in den ersten 45 Minuten gar die Orien­tie­rung. Das Offen­siv­spiel funktio­nierte da schon besser. Spiel­ge­stalter Toni Kroos war die ordnende Hand und leitete viele Angriffe ein.Die Problem­zone bleibt aller­dings die Hinter­mann­schaft, die Löw schon in der Vorbe­rei­tung durch die Ausfälle von Hummels und Rüdiger Sorgen bereitet hatte. Und der Puls des Bundes­trai­ners dürfte in der ersten Halbzeit einige Male in die Höhe geschnellt sein. Schon in der vierten Minute musste Neuer bei einem Schuss von Jewgeni Konopljanka sein ganzes Können aufbieten, nachdem Mustafi den Ball vertän­delt hatte. Erwar­tungs­gemäß hatte Mustafi den Platz in der Innen­ver­tei­di­gung neben Boateng erhalten, weil Löw auf der Außen­bahn Benedikt Höwedes nicht nach innen ziehen wollte.Neuer hatte die deutsche Elf als Kapitän für den noch nicht fitten Bastian Schwein­steiger auf das Feld geführt. Und Neuer stand noch weitere Male im Mittel­punkt - öfter als ihm lieb gewesen wäre. Wie etwa in der 27. Minute, als er einen Kopfball von Jewgeni Chatsche­ridi parierte. Die größte Chance im ersten Durch­gang besaß aller­dings Konopljanka, dessen verun­glückter Schuss von Boateng artis­tisch noch auf der Torlinie geklärt wurde. Wie knapp es war, zeigte die erstmals bei einer EM zum Einsatz kommende Torli­ni­en­technik „Hawk Eye“.Chancen hatte aber auch der dreima­lige Europa­meister. Julian Draxler (4.), der nach seiner guten Vorbe­rei­tung erneut das Startelf­mandat auf links erhielt, und Jonas Hector (12.) gaben erste Warnschüsse auf das ukrai­ni­sche Tor ab. So war die deutsche Führung sieben Minuten später zu diesem Zeitpunkt gar nicht unver­dient. Ein Freistoß von Kroos landete haargenau auf dem Kopf von Mustafi, womit die deutsche Standard-Stärke von der WM 2014 gleich wieder­be­lebt wurde. Dazu besaß Sami Khedira nach erneut starkem Pass eine weitere Großchance, als der Juventus-Akteur an Andrej Pjatow schei­terte.Im Gegen­satz zu Kroos kam Mesut Özil, bei dem Löw eine „überra­gende Verfas­sung“ ausge­macht hatte, kaum zur Entfal­tung. Auch Mario Götze, der als sogenannte „falsche Neun“ den Vorzug vor Mario Gomez erhalten hatte, konnte sich gegen die robusten Innen­ver­tei­diger kaum in Szene setzen und wirkte in seinen wenigen Szenen zu unent­schlossen.Nach der holprigen ersten Halbzeit kam die DFB-Auswahl geord­neter aus der Kabine und versuchte zunächst mit Distanz­schüssen ihr Glück. Ein Schuss von Kroos streifte das Latten­kreuz (52.), bei Khedira war erneut Pjatow zur Stelle. Die Ukrainer kamen kaum noch zu Chancen. Einzig als Mustafi „mithalf“, wurde es brenzlig. Der Vertei­diger köpfte in der 88. Minute über Neuer hinweg fast ins eigene Tor. Kurz vor Schluss durfte auch noch Schwein­steiger auf seinem Weg zurück ins Team einige Minuten EM-Luft schnup­pern.Zu kleineren Zwischen­fällen war es vor dem Spiel gekommen, als 40 deutsche Hooli­gans auf ukrai­ni­sche Fans losge­gangen waren. Zwei Personen sollen dabei leicht verletzt worden sein. Es hatte einen Beige­schmack, zumal auf der Tribüne der franzö­si­sche Gendarm Daniel Nivel auf Einla­dung des DFB saß. Nivel war bei der WM 1998 von deutschen Hooli­gans schwer verletzt worden.