- Dieses wunderschöne Dach befindet sich auf einem Turm an einer Ecke der Leipziger Polizeidirektion an der Dimitroffstraße - hinterm Landgericht (Harkortstraße), gegenüber vom Bundesverwaltungsgericht.
- Dort oben ist es, das kleine goldene Dach in der Dimitroffstraße auf einem Turm an einer Ecke der Leipziger Polizeidirektion.
- Hier oben auf dem Pfarrhaus der Leipziger Nikolaikirche gibt es auch drei dieser schicken Dächer.
- Man muss schon genau hinschauen, um alle drei zu erkennen.
- Die Ähnlichkeit der Verzierungen ist klar zu erkennen.
- Auch dieses Dach gehört in die diese Reihe der besonderen Leipziger Dächer.
- Dieses verzierte Dach ist von unten kaum erkennbar.
Die Geschichte hinter Leipzigs goldenen Dächern
Das wollte jemand hoch hinaus. Oder zumindest seine Spuren hinterlassen - und zwar nicht in, sondern auf oder über Leipzig. Die goldenen Dächer der Messestadt. Es gibt nur ganz wenige. Und keins ist wie das andere. Was dahinter steckt - wir haben uns mal schlau gemacht. Und wer könnte das besser wissen als der Leipziger Gästeführer Markku Weber? Na seine Frau! Die ist nämlich Kunsthistorikern und kennt sich mit Archäologie aus. Und so hat er für uns bei ihr nachgefragt …
Um diese Dächer geht´s
Da ist zum Einen das Turmdach der Leipziger Polizeidirektion an der Dimitroff-Straße gegenüber des Bundesverwaltungsgerichtes an der Harkortstraße. Direkt darunter hat tatsächlich auch Leipzigs höchster Polizist sein Büro: Polizeipräsident René Demmler. Ähnlich gold-verzierte Dächer gibt es aber auch auf dem sogenannten Predigerhaus der Nikolaikirche. Der Sitz des hiesigen Pfarrers und der Verwaltung. Dort sogar insgesamt drei Stück.
„Es sollte alles so aussehen, als wäre es viel älter“
Dahinter steckt der berühmte Architekt Hugo Licht (1841-1923). Der wurde 1879 mit der Leitung des Hochbauamtes in Leipzig beauftragt und bekam den Titel des Stadtbaudirektors. Er prägte mit seinem Wirken das Stadtbild maßgeblich. Neben zahlreichen Gebäuden (u.a. Neues Rathaus) habe er auch diese vier gold-schwarz-verzierten Dächer gestaltet. „Es ging darum, Akzente zu setzen - zum Beispiel in Form von Verzierungen oder kleinen Türmchen“, so Weber. „Er war dem Historismus verpflichtet. Es sollte alles so aussehen, als wäre es viel älter.“
Die besonderen Dächer stammten auch aus seiner Feder. Es sind Muster, die aus farbigen Biberschwänzen gestaltet wurden. Aber nicht von echten Bibern: „Biberschwänze sind flache Dachziegel, mit denen man wunderbar solche Muster kreieren kann“, erklärt der Gästeführer. Es sei auch eine große Handwerkerleistung gewesen. „Das war ja trotzdem schwierig für Dachdecker, weil die ein ganzes Dach deckten und die Muster quasi gleich mitdenken mussten.“
„Die gute alte Zeit“
Entstanden seien die goldenen Dächer alle Ende des 19. Jahrhunderts. „Eine Zeit, wo es der Stadt sehr gut ging und deshalb viel und schön gebaut werde“, so Weber. „Da war auch so bisschen maurischer Stil mit eingewoben und es wurden verschiedene andere Baustile imitiert. Alles sollte so ein bisschen an die gute alte Zeit erinnern.“






