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DOK Leipzig verleiht Goldene Tauben - Hauptpreis geht in Ukraine

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Der ukrai­ni­sche Regis­seur Sergei Loznitsa hat den Haupt­preis beim Leipziger Dokumen­tar­film­fes­tival gewonnen. Er erhielt am Samstag­abend die mit 10.000 Euro dotierte Goldene Taube im Inter­na­tio­nalen Wettbe­werb in der Kategorie des langen Dokumentar- und Anima­ti­ons­film für seinen Streifen "Auster­litz". Loznitsa, der auch früher in Leipzig schon mit Preisen ausge­zeichnet wurde, hatte für seinen Schwarz-Weiß-Film das Verhalten von Besuchern in früheren Konzen­tra­ti­ons­la­gern mit der Kamera beobachtet. Der Streifen kommt am 15. Dezember bundes­weit in die Kinos.Loznitsa kriti­sierte in einem Inter­view die Gedenk­kultur in Deutsch­land. Es gebe Versuche, in früheren KZ alles exakt so nachzu­bauen, wie es dort einmal gewesen sei. In Dachau beispiels­weise gebe es Genick­schuss­an­lagen und ein Krema­to­rium. Das sei eine Art Disney­land. Die meisten Besucher dächten überhaupt nicht darüber nach, an welchem Ort sie seien. Sie liefen mit ihrem Selfie-Stick über das Gelände und zeigten keinerlei Respekt. Im Deutschen Wettbe­werb für den langen Dokumentar- und Anima­ti­ons­film wurde Thorsten Trimpop für seinen Film "Furusato" über die Nachwir­kungen der Nukle­ar­ka­ta­strophe von Fukus­hima ausge­zeichnet. Im Wettbe­werb "Next Masters" konnte sich die georgi­sche Regis­seurin Mariam Chachia für "Listen to the Silence" über 10.000 Euro Preis­geld freuen. Ihr Film erzählt die Geschichte eines gehör­losen Jungen, der durch Tanz eine Ausdrucks­mög­lich­keit für sich findet. Eine Goldene Taube für den besten animierten Dokumen­tar­film bekam der finni­sche Beitrag "Kaisa’s Enchanted Forest" von Katja Gauri­loff (3.000 Euro).Insge­samt wurden bei der 59. Ausgabe des Festi­vals in diesem Jahr 21 Preise vergeben. Mit einem Preis­geld von insge­samt 77.000 Euro ist das Festival nach eigenen Angaben die am höchsten dotierte Leistungs­schau für Dokumen­tar­film in Deutsch­land. Das Festival, das schon zu DDR-Zeiten eine Insti­tu­tion war, ging am Sonntag zu Ende. Insge­samt wurden 309 Streifen gezeigt.