• Dawid Statnik, Vorsitzender der Domowina: Ich erwarte eine konsequente Strafverfolgung. Foto: kmk

    Dawid Statnik, Vorsitzender der Domowina: Ich erwarte eine konsequente Strafverfolgung. Foto: kmk

Domowina macht sorbenfeindlichen Angriff publik -Polizei bestätigt Vorfall nur auf Nachfrage

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Die Domowina hat die antisorbischen Attacken auf Jugendliche in Schönau bei Kamenz verurteilt. Muster und Orte seien immer die gleichen. Es gebe offenbar einen harten Kern antisorbisch eingestellter, gewaltbereiter Jugendlicher, sagte Domowina-Chef Dawid Statnik. Der Vorfall geschah schon in der Nacht vom vergangenen Freitag zum Samstag. Die Polizeidirektion Görlitz informierte darüber bislang nicht. Nur auf Nachfrage erfuhren wir heute Einzelheiten.

Eine Gruppe junger Männer soll eine Faschingsfeier von sorbischen Gymnasiasten gestört haben. Drei Gäste im Alter von 20 und 21 Jahren wurden angegriffen und leicht verletzt. Außerdem wurde eine Auto beschädigt. Der Vorfall spielte sich auf dem Parkplatz vor dem Veranstaltungssaal ab. Gegen einen 21-jährigen Libanesen und einen 20-jährigen Deutschen wird ermittelt – wegen Körperverletzung, Beleidigung und Sachbeschädigung. Der Fall wurde erst durch die Domowina öffentlich gemacht.

Die Polizei begründet ihre Entscheidung, den Fall nicht zu veröffentlichen, mit „ermittlungstaktischen Gründen“. Hintergründe und Motive würden noch geprüft, so eine Sprecherin.

Ähnliche Angriffe auf junge Sorben gab es schon 2014 und 2018. Die Domowina erwartet eine konsequente Strafverfolgung. "Solche Taten müssen als Störung des Zusammenlebens in der Region unmissverständlich und nachdrücklich in der Öffentlichkeit geächtet werden. Zudem hoffen wir auf Gerichtsurteile, die ihre abschreckende Wirkung nicht verfehlen", so Statnik.