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Dresdner Original-Bulle des Papstes gegen Luther wird ausgeliehen

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Das Sächsi­sche Staats­ar­chiv steuert zur natio­nalen Sonder­schau „Luther und die Deutschen“ auf der Eisenacher Wartburg ein handschrift­li­ches Original der päpst­li­chen Urkunde gegen Martin Luther bei. Die so genannte Bannan­dro­hungs­bulle ist nach Angaben des Innen­mi­nis­te­riums eines der Schlüs­sel­do­ku­mente der Refor­ma­tion. Sie stammt aus dem Besitz von Herzog Georg von Sachsen, der einer der wichtigsten Gegner Luthers und einer der wenigen Fürsten war, die ein Exemplar bekamen. Das Schrift­stück wird am 28. April von Innen­mi­nister Markus Ulbig als Leihgabe auf die Reise geschickt.   Das 85 mal 57 Zenti­meter messende Perga­ment ist eine von drei erhal­tenen handschrift­li­chen Urfas­sungen, die am 15. Juni 1520 in der Kanzlei von Papst Leo X. in Rom angefer­tigt und mit dem päpst­li­chen Bleisiegel versehen wurden. Die beiden anderen befinden sich in Stutt­gart und Wien.  Mit der öffent­li­chen Verbren­nung der vielfach verbrei­teten päpst­li­chen Bulle am 10. Dezember 1520 in Witten­berg hatte Luther den Bruch mit der katho­li­schen Kirche vollzogen.   Das Papier enthält 41 theolo­gi­sche Aussagen des Refor­ma­tors, die der Papst als ketze­risch erklärte, und die Auffor­de­rung zum Widerruf unter Andro­hung des Kirchen­banns. Die Bulle und ihre Geschichte soll ab 14. September auch im Haupt­staats­ar­chiv Dresden gezeigt werden - zusammen mit Briefen aus Luthers Korre­spon­denz mit Herzog Georg. (dpa)