Ehemaliger Thomaskantor Biller gestorben

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Er führte die Leipziger Thomaner an die Weltspitze. 22 Jahre war Georg Christoph Biller für die Knaben des Chores strenger Lehrer und enge Bezugsperson. Aus gesundheitlichen Gründen gab er den Posten 2015 vorzeitig auf. Nun ist er mit 66 Jahren gestorben.

Der langjährige Leiter des weltberühmten Leipziger Thomanerchors, Georg Christoph Biller, ist tot. Der 66-Jährige sei am Donnerstag nach langer Krankheit gestorben, teilte die Stadt Leipzig am Freitag mit. Biller hatte den traditionsreichen Knabenchor seit 1992 als 16. Nachfolger von Johann Sebastian Bach geleitet und an die Weltspitze geführt. Anfang 2015 hatte er das Amt aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben.

"Wir verlieren einen international bekannten, begnadeten Künstler, der für die Musik- und Bachstadt ein Botschafter ersten Ranges war", sagte Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung am Freitag. Biller sei ein streitbarer, kraftvoller Mann, aber dem Chor und der Musik verpflichtet gewesen wie kaum ein anderer, betonte der SPD-Politiker. "Mit seinen Auftritten in aller Welt gab er auch der Musikstadt Leipzig international neuen Glanz."

In seiner Amtszeit als Thomaskantor habe Biller viele Thomanergenerationen geprägt und sei wichtige Bezugsperson für zahlreiche Sänger und Musiker gewesen, hieß es weiter. Sein Tod sei ein großer Verlust für die Musikstadt Leipzig und die Bachfamilie in aller Welt.

Der in Nebra (Sachsen-Anhalt) als Sohn eines Pfarrers geborene Biller erhielt er seine erste musikalische Ausbildung von 1965 bis 1974 als Thomaner unter Erhard Mauersberger und Hans-Joachim Rotzsch. Nach dem Abitur 1974 an der Thomasschule zu Leipzig studierte er von 1976 bis 1981 Orchesterdirigieren unter anderem bei Kurt Masur sowie Gesang. Er wurde 1980 Chordirektor des Leipziger Gewandhauses und lehrte als Dozent für Chorleitung an der Kirchenmusikschule Halle.

1992 wurde er zum Thomaskantor berufen. "Unvergessen bleibt das 800. Jubiläum des Thomanerchors im Jahr 2012, das Georg Christoph Biller gestaltete und das eine enorme internationale Aufmerksamkeit erhielt", sagte Kulturbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke (Die Linke). (dpa)