Ein Bier geht immer: Lok-Stimmen vor der Relegation um den Aufstieg
Vor fünf Jahren sah es für Lok-Urgestein und den heutigen Kapitän Djamal Ziane nach einem der tragischsten Momente seiner Karriere aus. Lok Leipzig stand vor den Toren der 3. Liga, doch der Aufstieg wurde durch den SC Verl und auch durch ein tragisches Eigentor des damaligen Keepers Fabian Guderitz vereitelt. Ein Schock damals für alle, die es mit der Loksche hielten. Und ein Trauma, das Ziane bis heute kaum verarbeitet hat: „Ich konnte mir nach Verl einfach bildlich nicht mehr vorstellen, dass ich überhaupt nochmal einen Pokal in die Luft heben werde“, gesteht der 33-jährige Torjäger vor der nächsten Relegation.
„Wir wollen ihnen unser Spiel aufzwingen.“
Dieses Mal heißt der Gegner TSV Havelse. Aber es könnte auch gegen den FC Bayern gehen, für die Loksche sei nur eins klar: „Wir müssen einen kühlen Kopf bewahren, geduldig sein und – egal, was im Spiel passiert – bei uns bleiben. Wir wollen ihnen unser Spiel aufzwingen“, so Ziane. Die Meisterschaft der Regionalliga Nordost und den Sachsenpokal haben die Leipziger bereits sicher. Für viele wäre das allein schon Grund zur Freude.
Doch die Truppe um Trainer Jochen Seitz befindet sich in einer anderen Ausgangslage als noch vor fünf Jahren. Unruhen im Verein seien beseitigt, Bisshaftigkeit vom neuen Trainer eingeimpft worden. Die Früchte könnten - passend zum Beginn der Erdbeersaison - bald süßer sein, als man es sich beim ehemaligen DDR-Meister je hätte vorstellen können.
Trotz Double keine große Feier vor Sonntag
Auch die neue Professionalität spricht für die Loksche. Gefeiert habe man nach den beiden Etappensiegen kaum, sagten uns die Spieler. Regeneration, Konzentration, das sind die Schlagwörter, die Seitz predigt. Und die Mannschaft hat gar kein Interesse daran, auch nur den Hauch eines Zweifels aufkommen zu lassen: Lok Leipzig will in den Profifußball. Auch was die Unterstützung der Fans angeht, müssen sich die Probstheidaer nicht verstecken. Knapp 10.000 Zuschauer dürfen laut DFB-Auflage am Mittwoch ins Bruno-Plache-Stadion. 300 Gäste Fans werden erwartet. Das Bruno-Plache-Stadion dürfte dennoch ausverkauft sein ...