Einsparungen bei den Kleinsten: Über 1000 Menschen protestieren vorm Rathaus
Mehr als 1000 Menschen haben am Mittwochnachmittag vor dem Neuen Rathaus in Leipzig gegen geplante Einsparungen bei allen Freien Trägern von Kitas und Horten in der Stadt demonstriert. 244 von den aktuell 369 Leipziger Kitas inklusive Horten sind betroffen. Allen wurde die Kita/Hort-Grundsatzvereinbarung zum Jahresende gekündigt.
Damit verbunden sind viele Einschränkungen bei Personal, Sprachförderung, Spielmaterialien, Instandhaltung und Hygiene. Das genaue Ausmaß der Kürzungen sei noch nicht absehbar, heißt es von den Freien Trägern. Die Demonstranten haben über 10.000 gesammelte Unterschriften dagegen an Leipzigs Schulbürgermeisterin Vicki Felthaus übergeben. Außerdem kleine Gold-Nuggets von Kita-Kindern, die sie gefunden haben und mit denen sie der Stadt helfen wollen.
Felthaus betonte später in der Stadtratssitzung, dass noch nichts endgültig entschieden sei und man noch über einen neuen Vertrag verhandle. Am Freitag soll es dazu ein Treffen mit den Trägern geben. Ziemlich sicher ist aber wohl, dass angesichts knapper Kassen irgendwo gespart wird.
Oberbürgermeister schmeißt Demonstranten aus Rathaus
OB Burkhard Jung, der wegen eines Termines später zur Stadtratssitzung kam und deshalb die Unterschriften nicht persönlich entgegen nehmen konnte, ließ als eine seiner ersten Amtshandlungen dann die Halle vorm Stadtverordnetensaal räumen. Ihm war der Protest offenbar zu laut. Auch andere Politiker beschwerten sich, unter anderem Finanzbürgermeister Torsten Bonew. Und auch CDU-Stadtrat Falk Dossin empfand es so laut, dass er der Sitzung nicht mehr hätte folgen können.