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Eisvogel-Bestand zurückgegangen

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Der Brutbestand des Eisvogels im Floßgraben in Leipzig ist zurückgegangen. 2018 wurde nur ein einzelnes Brutpaar gesichtet. Im Vorjahr waren es noch zwei, 2016 sogar vier. Das teilte das Umweltdezernat mit. Im Stadtgebiet sieht es ähnlich aus. 2016 wurden noch 19 Brutpaare gezählt, 2017 nur noch die Hälfte, 2018 waren es mit insgesamt 12 Brutpaaren wieder etwas mehr.

Frostperioden vertreiben den Eisvogel

Der Rückgang des Eisvogels hänge vermutlich mit den frostreicheren Wintern zusammen, so Jens Kipping. Er hat das jährliche Monitoring im Auftrag der Stadt gemacht. Gerade im vergangenen Jahr habe wahrscheinlich der späte Wintereinbruch im März dazu geführt, dass viele Eisvögel Richtung Westeuropa abgewandert sind, so Kippings Vermutung.

Wassersport wenig Einfluss auf Fütterungen

Mit den Paddlern und Kanufahrern habe der Rückgang zumindest nichts zu tun. Wie die Untersuchung ergab, hatten durchfahrende Boote keinen erheblichen Einfluss auf das Fütterungsverhalten der Eisvögel. Seit 2016 wird der Bootsverkehr zwischen März und September im Floßgraben eingeschränkt. Kajaks, Kanus oder Paddler dürfen täglich nur von 11 bis 13 Uhr, 15 bis 18 Uhr und 20 bis 22 Uhr den Floßgraben befahren. Komplett verboten sind Boote mit Motor. Auch Fußgänger dürfen sich dem Wasser nur auf 20 Meter nähern, Hunde dürfen nicht ohne Leine laufen. An diesen Sperrzeiten will die Stadt auch weiterhin festhalten. Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal: "Das Naturschutzrecht verbietet auch Störungen. Wir müssen hier ein Gleichgewicht herstellen." Und vermutlich ist es auch so, dass durch die Sperrzeiten die Zahl der Boote auf ein offenbar verträgliches Maß für den Eisvogel begrenzt wird.