Ermittlungen zu Brandursache auf der A9
Der Tag nach dem verheerenden Busbrand auf der Autobahn 9 in Nordbayern steht im Zeichen der Ursachenforschung: Die Überlebenden der Katastrophe sollten - soweit das möglich ist - befragt werden, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken am Dienstag. Darunter ist auch einer der beiden Busfahrer. "Das wird sicher nicht heute abgeschlossen werden", sagte der Sprecher.Überprüfung von Ursache für BusbrandAuf Anordnung der Staatsanwaltschaft kamen sowohl ein Verkehrsunfallsachverständiger als auch ein Brandsachverständiger am Montag an die Unfallstelle. Nach vorläufiger Einschätzung beider Sachverständiger liegen bisher keine Hinweise darauf vor, dass der Reisebus bereits vor dem Aufprall auf den Anhänger gebrannt hat. Vieles spricht dafür, dass bei dem Bus erst aufgrund der Kollision mit dem Anhänger Feuer ausgebrochen ist, hieß es in einer schriftlichen Mitteilung.Die Staatsanwaltschaft Hof führt wegen des Verkehrsunfalls ein Ermittlungsverfahren. In diesem Zusammenhang richtet sich der Verdacht bezüglich des Unfallverursachers zum momentanen Stand allein gegen den verstorbenen Fahrer, teilte die Behörde mit.Im Zuge der Ermittlungen erfolgten am Firmensitz des Busunternehmens in Löbau Durchsuchungsmaßnahmen sowie Sicherstellungen in Bezug auf den Reisebus und die beiden Busfahrer. Deren Auswertung wird mit Nachdruck betrieben, hieß es.Ermittlungen gegen Gaffer oder Rettungsgasseblockierer?Inwieweit es durch das Verhalten von Verkehrsteilnehmern im Zusammenhang mit der Anfahrt von Einsatz- und Rettungskräften zu erheblichen Behinderungen oder zu strafbarem Verhalten gekommen ist, wird derzeit mit den Einsatzkräften abgeklärt. Sollte sich ein Anfangsverdacht hierfür ergeben, wird auch in diese Richtung mit Nachdruck ermittelt werden. Verletzte zurück in SachsenDie ersten der rund zwei Dutzend Verletzten aus Sachsen sind aus Krankenhäusern in Oberfranken entlassen worden. Noch am Montag hätten sieben Patienten die Heimreise angetreten, zumeist mit Hilfe von Angehörigen, teilte das Sozialministerium in Dresden mit. 23 weitere Personen befinden sich mit schweren Verletzungen noch in stationärer Behandlung, teilte die Polizei mit. Bei drei von ihnen besteht Lebensgefahr.Am Dienstag sollten sechs weitere Menschen folgen, für die mit dem Roten Kreuz ein Rücktransport organisiert worden sei. Auch für Mittwoch stehe schon ein Rücktransport fest, sagte eine Sprecherin. Ob darüber hinaus noch andere Insassen des Unglücksbusses ihre Heimreise nach Sachsen auf eigene Faust organisiert hätten, sei nicht bekannt. Bis auf zwei Schwerstverletzte, die in Spezialkliniken außerhalb Bayerns behandelt würden, seien nach dem Unglück am frühen Montagmorgen alle Opfer auf Kliniken in Oberfranken verteilt worden.