Erpresser vergiftet Babynahrung
Ein oder mehrere Täter haben in einem Fall von Lebensmittelvergiftung Handelskonzerne nach Angaben von Ermittlern um einen zweistelligen Millionenbetrag erpresst. Es sei damit gedroht worden, 20 verschiedene Lebensmittel zu vergiften, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Alexander Boger am Dienstag in Konstanz. Die Drohung sei in einer E-Mail auch an Verbraucherschutzorganisationen übermittelt worden. Fünf Gläser Babynahrung vergiftetDer Täter hat bereits fünf Produkte mit einer womöglich tödlichen Menge Gift in Lebenmittelgeschäften in Friedrichshafen am Bodensee ausgelegt. Es handelte sich um Babynahrung, bestätigte die Staatsanwaltschaft. Er drohte damit bundesweit Lebensmittel zu vergiften. Fahndungsbilder wurden am Mittag bei einer Pressekonferenz veröffentlicht."Skrupelloser Täter"Laut Staatsanwaltschaft sei eine zweistellige Millionenbetrag gefordert worden. Der Erpresser hatte am Samstag, dem 16. September, vor Ladenschluss in Friedrichshafen fünf Gläser mit vergifteter Babynahrung aufgestellt. Ein Polizeisprecher sagte am Mittag auf einer Pressekonferenz: "Es handelt sich um einen skrupellosen Täter, dieser nimmt den Tod von Menschen billigend in Kauf". Als Schadstoff bei der Lebensmittelerpressung ist den Behörden zufolge Äthylenglykol verwendet worden. "Es wurde in die Nahrung eingerührt", sagte Ministerialrätin Petra Mock am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Konstanz. Es handele sich um eine klare, süß schmeckende Flüssigkeit. "Schon 30 Milliliter sind bei Erwachsenen gesundheitsgefährdend", sagte sie. Äthylenglykol müsse aber nicht tödlich sein, wenn rechtzeitig ärztlich dagegen vorgegangen werde, sagte Mock.Verbraucher sollten insbesondere auf auffällige manipulierte Verpackungen achten, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Bei Glasverpackungen wie Babynahrung sollte man darauf achten, dass der Deckel nach innen gewölbt ist, beim Öffnen sollte es klacken.Hinweise nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 07531-995-3434 entgegen.
Nun auch Fahndungsvideo zu #Erpressung#Konstanz#Friedrichshafen#Babynahrung veröffentlicht. pic.twitter.com/n6nvLUG8aS
— Radio Dresden (@RadioDresden) 28. September 2017