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  • Vier von ihnen stehen hier auf dem Platz - an jeder Ecke eine.
  • Hier neben der Bach-Statue stehen vier Laternen, die noch mit Gas betrieben werden.

Was ist an dieser Laterne so besonders?

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Mitten im Zentrum von Leipzig lässt sich nach Einbruch der Dunkelheit eine ganz besondere Atmosphäre erleben. Direkt rund um das Denkmal für Johann Sebastian Bach am Thomaskirchhof stehen vier der nur noch wenigen verbliebenen historischen Gaslaternen der Stadt. Als funktionierende technische Denkmale erinnern sie an eine Epoche, lange bevor das elektrische Licht unsere Straßen eroberte.

Ein warmes Flackern im Wind 

Wer abends durch Leipzig spaziert, wird den Unterschied zu modernen Straßenlaternen sofort bemerken. Das Licht ist weniger grell, dafür aber ungleich stimmungsvoller. Markku Weber ist quasi ein Experte für historische Besonderheiten der Stadt. Er beschreibt es als „ein sehr angenehmes warmes Licht“. Besonders an stürmischen Abenden entfalten die Laternen ihren nostalgischen Charme, denn laut Weber „sieht man sie tatsächlich noch ein wenig flackern“, wenn der Wind weht.

Die für damalige Verhältnisse enorme Helligkeit verdanken die Laternen übrigens einer Erfindung aus den 1880er Jahren: dem sogenannten Auer'schen Glühstrumpf. Dieses feine Geflecht, das mit speziellen Salzen überzogen ist, erhitzt sich in der Flamme und sorgt so für eine unglaubliche Potenzierung der Leuchtkraft.

Technik von gestern, Steuerung von heute 

Wer nun aber hofft, in der Dämmerung einen traditionellen Laternenanzünder mit einer langen Stange beobachten zu können, liegt falsch. Der Betrieb der wenigen erhaltenen Gaslaternen läuft heute deutlich smarter ab. In den Laternen brennt durchgehend eine winzige Lockflamme, die kaum Gas verbraucht.

Um die Laternen abends zum Leuchten zu bringen, bedient man sich eines raffinierten Tricks: Man kann „von der Ferne sozusagen den Gasdruck in der Leitung erhöhen“, wie Weber erklärt. Durch den steigenden Druck öffnet sich ein kleiner Deckel, Gas strömt aus und wird von der Lockflamme entzündet. Das Ganze lässt sich wunderbar an die unterschiedlichen Jahreszeiten und die einsetzende Dunkelheit anpassen. Wird der Druck später wieder reduziert, gehen die Laternen aus.

Ein lebendiges Stück Stadtgeschichte

Das einst gigantische Stadtgasnetz in Europa und damit auch bei uns in Leipzig ist heute längst Geschichte. Die alten Leitungen unter der Erde verschwanden nach und nach. Dennoch brennen diese vier besonderen Exemplare am Thomaskirchhof weiter. Sie trotzen der Zeit und bewahren so ein faszinierendes Stück Leipziger Technikgeschichte.

Gefördert durch die Sächsische Landesmedienanstalt. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.