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Es werde Licht: So soll das Grassi ab Herbst leuchten

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Was sieht man, wenn man nachts vom Leipziger Augustus-Platz in Richtung Grassi-Museum schaut? Nicht viel. „Es wirkt wie ein schwarzer Kolossal im Stadtraum und wenig einladend“, erklärte Direktor Dr. Olaf Thormann am Montagnachmittag bei der Präsentation der Pläne für eine neue, außergewöhnliche Lichtinstallation. Nur der Museums-Schriftzug und die „leuchtende Ananas“ auf dem Dach seien von weitem klein erkennbar. Das soll sich bis Jahresende ändern.

Der Plan: Immer wenn es dunkel wird, soll die Kopfseite des Grassi mit seinen über 300 Elementen der berühmten Albers-Fenster leuchten. Die Idee dazu habe man schon 2019 gehabt. Doch wegen Corona und zuletzt wegen der Energiekrise sei das Projekt verschoben worden.

Für das Projekt verantwortlich ist das Leipziger Künstler-Duo „Doppeldenk“. „Fenster können mehr sein als Fenster“, sagt Künstler Marcel Baer. Zwischen alle Doppelfenster würden durchsichtige Kunststoffplatten gebaut, die einzeln angesteuert und in verschiedenen Grautönen leuchten könnten. So entstehe ein riesiges Licht-Kunstwerk, das sich ständig verändern werde. „Licht in Bewegung“ nennen sie es.

„Das kostet dann vielleicht 120 Euro an zusätzlichen Stromkosten monatlich.“

Finanzielle Unterstützung kommt dabei von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung. Vorstandsvorsitzender Dr. Harald Langenfeld: „Wir unterstützen das Grassi-Museum in Leipzig schon seit vielen Jahren, es ist etwas ganz besonderes.“ Seit nunmehr 150 Jahren sei es ein wunderbarer Ort der Begegnung. „Mit dieser Idee wird es zum strahlenden, kulturellen Leuchtturm für unsere Stadt und die Region.“

Oberbürgermeister Burkhard Jung hatte den Direktor zuletzt ermutigt, das Projekt weiter voranzutreiben. Von den ersten Entwürfen ist er begeistert: „Ich finde, es ist eine wunderschöne Idee, die Kunstfenster des Bauhauses nach außen zu spiegeln, es zum Leuchten zu bringen und dann ein Lichtspiel daraus zu machen, was Menschen anlockt, vielleicht Verliebte einlädt auf der Wiese Platz zu nehmen und zu staunen.“ Es sei eine Museumswerbung der unspektakulären und sanften Art, die sehr schön ins Stadtbild passe.

Was das Ganze kostet, darüber sei Stillschweigen vereinbart worden, wie uns Direktor Thormann auf Nachfrage sagte. Doch der größte Teil würde von der Sparkassenstiftung getragen und auch ein Dauerbetrieb der Lichtinstallation sei durch Einsatz einer „Niedervoltanlage“ nicht teuer. „Das kostet dann vielleicht 120 Euro an zusätzlichen Stromkosten monatlich.“

Seine neue Strahlkraft erstmals entfalten werde das Museum voraussichtlich im Herbst. „Vielleicht schon zur Grassi-Messe am 3. Oktober“, so Thormann weiter. Allerdings setze man sich da keine zeitliche Frist. „Wir wollen sowas wie es ja schon Albers ein bisschen hat: Ein nobles Understatement. Wir wollen keine amerikanische Tankstelle, sondern etwas Interessantes, was Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Stimmen zum Leuchtturm-Projekt:

Audio:

Dr. Olaf Thorman, Direktor des Grassi-Museums, zur geplanten Beleuchtung:
Dr. Harald Lengenfeld, Chef der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, dem Geldgeber:
Künstler Marcel Baer vom Leipziger Gestalter-Duo "Doppeldenk" erklärt die Installation:
Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung hat die Macher dazu ermutigt und ist von der Idee begeistert: