Corona-Impfung in Sachsen - Fragen & Antworten

Jeder ab 14 Jahre kann sich impfen lassen

Seit 7. Juni kann sich auch in Sachsen jeder um einen Impftermin bemühen. Die bisherige Priorisierung und bevorzugte Impfberechtigung von besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen ist bundesweit beendet.

Auch wer mindestens 14 Jahre alt ist und sich impfen lassen will, kann sich registrieren und um einen Termin bemühen. Das DRK schaltet jeweils am Montag, Mittwoch und Freitag neue Termine für Erstimpfungen frei.

Auch Betriebsärzte werden seit 7. Juni in die Impfkampagne mit einbezogen, für Hausarztpraxen hatte Sachsen die Impfreihenfolge bereits am 24. Mai aufgehoben. Allerdings ist überall noch immer nicht genügend Impfstoff vorhanden.

Apotheken und Impfzentren stellen digitalen Impfpass aus

Wer vollständig gegen das Coronavirus geimpft sind, kann sich in der Apotheke einen digitalen Impfnachweis besorgen. Die Apothekerverbände bitten allerdings um Geduld. Die Zahl der teilnehmenden Apotheken ist in den ersten Tagen aus technischen und organisatorischen Gründen begrenzt. Die Website mein-apothekenmanager.de zeigt, welche Apotheke vor Ort den digitalen Impfpass anbietet.

In den Impfzentren in Belgern, Zwickau, Riesa, Borna, Kamenz und Pirna erhalten ab sofort vollständig Geimpfte die Zertifikate für den digitalen Impfnachweis. Die weiteren Impfzentren folgen im Laufe dieser Woche. Dafür wird zusätzliches Personal in den Impfzentren eingesetzt. Das Angebot ist kostenlos und besteht nur tagesaktuell für die jeweils verabreichten Impfungen, Nachtragungen sind nicht möglich.

Der digitale Nachweis ist eine freiwillige Ergänzung des weiter gültigen gelben Impfheftes aus Papier. Deutschland setzt damit ein Vorhaben der Europäischen Union um. Dafür wurden einheitliche Details eines Zertifikats vereinbart, mit dem man Impfungen, Tests und überstandene Covid-19-Erkrankungen nachweisen kann. Die App soll als Beleg bei gelockerten Corona-Beschränkungen eingesetzt werden können und zur Sommerferienzeit Reisen in Europa erleichtern.

Der Nachweis wird in einem sogenannten QR-Code aus schwarzen und weißen Quadraten hinterlegt, der künftig in der Regel mit dem zweiten Impfgang im Impfzentrum oder beim Arzt ausgehändigt wird. Der Code kann dann mit Handy-Apps eingescannt und vorgezeigt werden. Neben der App CovPass und der Corona-Warn-App des Bundes ist der Nachweis auch über die Luca-App möglich.

Wie erfolgt die Terminvergabe?

Die Anmeldung für die Impfung erfolgt über ein zentrales Buchungsportal oder die Service-Nummer 0800 0899 089. In welchem Impfzentrum man sich gegen das Coronavirus impfen lassen möchte, kann jeder selbst entscheiden. Eine Übersicht zu freien Impfterminen gibt es hier.

Wo befinden sich die Impfzentren?

Die 13 sächsischen Impfzentren einschließlich der dazugehörigen 30 mobilen Teams bleiben bis Ende September 2021 weiter in Betrieb. Erstimpfungen werden in allen Impfzentren bis Ende August im bisherigen Umfang angeboten. Im September soll dann ein eingeschränkter Betrieb stattfinden, der die offenen Zweitimpfungen absichert. Die Impfzentren sind nahezu flächendeckend über die Landkreise und Kreisfreien Städte verteilt. Eine Übersicht zu den Standorten gibt es hier.

Was muss ich zur Impfung mitbringen?

  • Terminbestätigung mit Einwilligungserklärung und Anamnese-Bogen
  • Personalausweis, Versichertenkarte der Krankenkasse
  • Impfausweis (wenn nicht vorhanden, wird eine Ersatzbestätigung im Impfzentrum ausgegeben oder zukünftig ergänzend ein digitaler Impfnachweis erstellt)

Sollten Kinder geimpft werden?

Die Sächsische Impfkommission empfiehlt eine Corona-Schutzimpfung für Kinder ab 12 Jahren nur in Ausnahmefällen. Bei bestimmten chronischen Erkrankungen sei das Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf hoch. Dann sei eine Schutzimpfung sinnvoll, sagt der Chef der Impfkommission, Thomas Grünewald. Eine generelle Impfempfehlung könne nicht ausgesprochen werden. Vor einer Impfung sollten Ärzte mit den Eltern ein ausführliches klärendes Gespräch führen.

Was muss ich bei der Corona-Schutz-Impfung beachten?

Ärzte raten dazu, sich vor einer Impfung auf Covid-19 testen zu lassen. Zu anderen Impfungen sollte möglichst ein Mindestabstand von 14 Tagen vor und nach der Corona-Schutzimpfung liegen. Auch geplante Operationen sollten möglichst mit einem Abstand von wenigen Tagen vor oder nach einer Impfung durchgeführt werden.

Der bestmögliche Impfschutz wird erst ein bis zwei Wochen nach vollständiger Impfung (je nach Impfstoff ein oder zwei Impfungen) erreicht. Hygiene- und Abstandsregeln müssen auch bei vollständigem Impfschutz weiterhin eingehalten werden. Denn es ist noch nicht geklärt, ob die Impfung davor schützt, Corona-Viren weiterzuverbreiten.

Nach der Impfung können für kurze Zeit Impfreaktionen auftreten. Am häufigsten kommen Schmerzen an der Einstichstelle, Erschöpfung, Kopfschmerzen und Muskelschmerzen sowie erhöhte Temperatur vor. Diese Impfreaktionen sind vorübergehend und verschwinden normalerweise innerhalb von wenigen Tagen. Ärzte halten das Einnehmen von Schmerztabletten wie Ibuprofen oder Paracetamol für unbedenklich, um die Schmerzen zu lindern. Mehr zu Impfreaktionen und Nebenwirkungen finden Sie in der Rubrik „Nebenwirkungen und Impfreaktionen“.

Schonen Sie sich nach der Impfung. Körperliche Belastung sollte auch einige Tage nach einer Impfung vermieden werden. Auf Sport sollte in der ersten Woche verzichtet werden. Denn bei starker körperlicher Belastung kann es vorkommen, dass eine Impfreaktion – zum Beispiel Schmerzen an der Einstichstelle – verstärkt wird.

Es gibt im Zusammenhang mit der Corona-Schutzimpfung keine eigenen Verhaltensempfehlungen zum Alkoholkonsum vor oder nach der Impfung. Besonders starker Alkoholkonsum kann jedoch die Immunantwort bei Infektionen einschränken und bei Impfungen möglicherweise auch die Verträglichkeit und Wirksamkeit der Impfung beeinflussen. Ärzte raten entsprechend, auf Alkohol, aber auch auf das Rauchen zu verzichten. Stattdessen sollte viel Obst und Gemüse gegessen werden sowie viel Wasser getrunken werden.

Nehmen Sie regelmäßig Medikamente ein, so sprechen Sie mit dem Impfpersonal darüber. Impfungen sind allerdings bei der Einnahme von Blutgerinnungshemmer und meist auch bei Immunsuppression möglich. Teilen Sie dem Fachpersonal vor der Impfung mit, wenn Sie in der Vergangenheit nach Impfungen oder Spritzen ohnmächtig wurden oder zu Allergien neigen.

Kann verschiedener Impfstoff verwendet werden?

Viele Sachsen, die ihre Erstimpfung mit AstraZeneca erhalten haben, sind nach Berichten über Nebenwirkungen verunsichert und überlegen, für die zweite Dosis einen anderen Impfstoff zu wählen. Biontech zum Beispiel wirkt Experten zufolge als zweite Dosis nach AstraZeneca mindestens genauso gut. Demnach bilden sich nach der Kombination beider Impfstoffe große Mengen Antikörper.

Wen informiere ich über Nebenwirkungen?

Bei ungewöhnlichen und gravierenden Nebenwirkungen sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden. Mit der SafeVac-App vom Paul-Ehrlich-Institut können alle Geimpften aktiv zur Überwachung von Verträglichkeit und Wirksamkeit der Covid-19-Impfstoffe beitragen. Die Registrierung ist bis 48 h nach der Impfung möglich. Alle Infos dazu hier.

Häufig gestellt Fragen

Das Robert-Koch-Institut hat eine Übersicht mit häufig gestellten Fragen und weiterführenden Informationen zusammengestellt. Dort wird auch erklärt, ob sich Personen, die eine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben oder von COVID-19 genesen sind, geimpft werden sollen. 

Die Ständige Impfkommission hat unter bestimmten Bedingungen eine Impfung auch für Genesene empfohlen. Sie sollten sich demnach frühestens sechs Monate nach einer durchgemachten Corona-Infektion impfen lassen.

Download-Material zur Coronaschutzimpfung

Aufklärungsmerkblätter, Anamnese und Einwilligungsbögen finden Sie hier.