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Gagfah will 38.000 Wohnungen verkaufen

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Die Gagfah will ihre rund 37.800 Wohnungen in Dresden verkaufen. Dies sei eine Option, die geprüft werde, sagte eine Gagfah-Sprecherin unserem Sender. Dabei handele es sich um ein normales Geschäft, es gebe aber noch keinen konkreten Käufer. Die Stadt wollte sich zunächst nicht äußern - man müsse das intern erst abspre­chen, hieß es.Wir klären hier die wichtigsten Fragen zu dem Milli­arden-Deal:Verkauf noch in diesem Jahr?Laut FTD hat der Mutter­kon­zern der Gagfah die Londoner Invest­ment­bank Leonardo damit beauf­tragt, einen Käufer für die Dresdner Wohnungen zu finden. Ein Verkauf könne bis Ende des Jahres über die Bühne gehen - voraus­ge­setzt es findet sich ein Investor. Vor sechs Jahren hatte die Gagfah die Dresdner Wohnungen für 1,8 Milli­arden Euro übernommen.Laut SPD-Fraktion sei ein Verkauf vor 2016 eigent­lich von der Stadt­ver­wal­tung ausge­schlossen worden. Demnach müssten mindes­tens 35.000 Wohnungen gehalten werden. Wie eine Gagfah-Sprecherin unserem Sender sagte, sei ein Komplett­ver­kauf dagegen auch schon jetzt möglich.Änderungen für Mieter?Der Mieter­schutz war mit der Gagfah vertrag­lich geregelt worden, an diese Verträge muss sich auch ein neuer Käufer halten. Extreme Mieterhö­hungen sind dadurch nicht möglich, zudem muss auch ein neuer Besitzer die Häuser in Schuss halten. Dies wurde vertrag­lich verein­bart. Der Dresdner Mietverein erwartet deshalb keine Nachteile für Mieter.Änderungen bei der Stadt?Die Stadt­ver­wal­tung bleibt auch bei einem Verkauf weiter im Aufsichtsrat des Wohnungs­un­ter­neh­mens. Damit bleibt ein Mitspra­che­recht und ein Einblick ins Unter­nehmen erhalten. Zudem haben auch die Verträge zum Mieter­schutz bestand. Ein Rückkauf der Gagfah-Wohnungen gilt als fast ausge­schlossen, dafür gibt es im Rat keine Mehrheit - zudem müsste sich Dresden wieder verschulden.Wer verdient am Verkauf?Die Stadt­ver­wal­tung profi­tiert davon nicht - 40 Millionen Euro hält die Stadt noch aus einem gericht­li­chen Vergleich mit der Gagfah. Der Gagfah-Mutter­kon­zern Fortress will frisches Geld in seine Kassen spülen, ob 1,8 Milli­arden Euro erzielt werden, ist aber unklar.Dresden wurde durch Wohnungs­ver­kauf schul­den­freiDie Gagfah hatte 2006 der Stadt Dresden ihre Wohnungen 48.000 Wohnungen für rund 1,8 Milli­arden Euro abgekauft - die Stadt war mit einem Schlag schul­den­frei. Der Verkauf war umstritten - die Stadt verkaufe ihr Tafel­silber, hieß es damals. Mieter­schutz-KlageIn Verträgen wurde der Mieter­schutz geregelt. Da die Gagfah dagegen verstoßen haben soll, verklagte die Stadt den Immobi­li­en­riesen auf eine Milli­ar­den­summe - die Gagfah reichte Gegen­klage ein. Am Ende einigte man sich auf einen Kompro­miss - Dresden bekommt 40 Millionen Euro.